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International: 2 -2 im Clasico - Barcelona schaltet Real im Pokal aus

Real Madrid hat es verpasst, im Clasico einen Erfolg zu landen. Barca steht nach dem 2:2 im Rückspiel des spanischen Pokals im Halbfinale, aber die Königlichen sollten viel Selbstvertrauen aus dieser Vorstellung ziehen. Denn für uns war Real über weite Strecken das bessere Team – auch José Mourinho kann durchatmen.

Der FC Barcelona ist durch ein 2:2-Unentschieden im Rückspiel des spanischen Pokals ins Halbfinale eingezogen. Die Katalanen führten nach dem 2:1-Hinspielerfolg auch im Camp Nou mit 2:0, ehe das taktisch gut eingestellte Real nochmal zurückkam und sogar Chancen zum Sieg hatte.

Nach einer überzeugenden Vorstellung der Königlichen mit einigen guten Torchancen ging Barca durch den eingewechselten Pedro in Führung (43.), Dani Alves erhöhte noch vor der Pause (45.). Doch die Madrilenen glaubten weiter an einen Erfolg beim Erzrivalen, der Lohn waren die Tore von Cristiano Ronaldo (68.) und Karim Benzema (72.). In der 89. Minute sah Sergio Ramos die Gelb-Rote Karte.

Um Mourinho ranken sich seit Tagen Rücktrittsgerüchte, die durch das vierte Remis in seinem zehnten Clasico wieder etwas leiser werden dürften. Denn The Special One hatte an diesem Abend vieles richtig gemacht und endlich die taktischen Stellschrauben gefunden, um Barcas Spiel zu unterbinden. Letztlich zählen aber vor allem die Ergebnisse und hier geht Mourinho mit Real zum wiederholten Male leer aus. Barcelona steht im Halbfinale des Pokals, Real kann sich auf die Meisterschaft und die Champions League konzentrieren.

Mourinho wählt die richtige Taktik

Ob die Diskussionen der vergangenen Tage für ein Umdenken bei Mourinho gesorgt haben, ist allerdings nicht bekannt. Aber nach den Pfiffen der Fans bei der 1:2-Hinspielniederlage und der Unruhe im eigenen Team rückte der Real-Coach von seiner defensiven Grundordnung ab und ließ sein Team vom ansonsten gewohnten 4-2-3-1 auflaufen.

Ein wenig Verwirrung gab es um Real-Verteidiger Pepe. Der Buhmann des Hinspiels – Pepe war Lionel Messi absichtlich auf die Hand getreten, wofür er aber nicht bestraft wurde – war angeschlagen und tauchte erst sehr spät auf dem Spielberichtsbogen auf, was die Zuschauer nicht am konsequenten Auspfeifen des Portugiesen hinderte.

Mesut Özil stand auch in der Startelf, zusammen mit Cristiano Ronaldo, Kaka und Gonzalo Higuain sollte er für die offensiven Akzente setzen. Und das klappte in der Anfangsphase hervorragend, einzig ein Tor fehlte den Königlichen in der ersten halben Stunde zum Glück.

Schon nach zehn Sekunden hätte Higuain nach einem Missverständnis zwischen Gerard Pique und Ersatzkeeper José Pinto treffen müssen, der Argentinier wirkte bei seinem ungenauen Abschluss aber genauso überrascht wie die fast 100.000 Zuschauer im Camp Nou. Ronaldo zielte zudem einmal knapp vorbei (6.), beim zweiten Schuss des Portugiesen war Pinto zur Stelle (11.).

Özil scheitert am Aluminium

Barca verschlief den Beginn dagegen völlig. Das lag zum einen an den offensiven Bemühungen Reals, die Gäste griffen aber auch extrem früh an und machten mit hoher Laufbereitschaft im Mittelfeld die Räume eng. Das typische Kurzpassspiel fand überhaupt nicht statt, obwohl Trainer Pep Guardiola im Vergleich zum Hinspiel nichts an der Aufstellung veränderte.

Die größte Chance der ersten Halbzeit bot sich dann Özil, als er unbedrängt aus 30 Metern abzog und der Ball von der Latte an den Pfosten und dann deutlich vor die Linie prallte (25.). Kurz darauf machte es Pinto spannend, seinen verunglückten Querpass konnte Higuain aber nicht nutzen (27.).

Guardiola musste dann den angeschlagenen Andres Iniesta vom Feld nehmen (30.), für ihn kam Pedro in die Partie, Cesc Fabregas rückte aus der offensiven Dreierkette ins Mittelfeld. Am Spiel änderte sich bis zur Pause eigentlich nichts, trotzdem führte Barcelona plötzlich. Auch wenn der Torschütze Pedro hieß, der entscheidende Mann war Lionel Messi. Der Weltfußballer zog einmal das Tempo an, alle Abwehrspieler rückten heraus und so konnte Messi den Ball zu Pedro durchstecken und der Joker stach (43.).

Nun nahm der 218 Clasico nochmal richtig Fahrt auf. Lass Diarra foulte Messi gelbwürdig, Schiedsrichter Fernando Teixeira Vitienes beließ es für den bereits verwarnten Diarra bei einer Ermahnung, in der anschließenden Rudelbildung sah Casillas stattdessen die Gelbe Karte. Der anschließende Freistoß wurde abgewehrt, aber genau vor die Füße von Alves und der Rechtsverteidiger hämmerte das Leder mit brasilianischer Urgewalt in den Winkel (45.). Die Blaugrana führte 2:0 – und kaum einer im Stadion wusste, warum eigentlich.

Real schafft das Comeback

Mourinho entschied sich in der Pause, an der taktischen Ausrichtung nichts zu ändern. Real brauchte fürs Weiterkommen drei Tore und der Glaube war noch da, somit war aber auch die Gefahr eines Debakels allgegenwärtig, Barcelona ist bekannt dafür, sich in einen Rausch spielen zu können.

Die Gastgeber wurden tatsächlich ein wenig dominanter, die letzte Konsequenz fehlte in der Offensive aber zunächst. Auf der Gegenseite erzielte Sergio Ramos den vermeintlichen Anschlusstreffer, Schiri Teixeira Vitienes entschied aber auf Foul im Luftkampf – eine vertretbare Entscheidung (54.).

Real gab nicht auf und Mourinho zog mit Jose Maria Callejon und Karim Benzema die richtigen Joker. Beim 1:2 leistete Özil mit einem tollen Pass die Vorarbeit für Ronaldo (68.), beim Ausgleich von Benzema war dann aber auch Callejon beteiligt (72.). Die Königlichen waren wieder da und plötzlich war auch bei Barcelona Nervosität zu spüren. Das Spiel war nun völlig offen mit Chancen auf beiden Seiten, Real schaffte den dringend benötigten dritten Treffer aber nicht mehr.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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