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Interview mit Gerd Müller: "Heute würde ich noch 20 Tore mehr schießen"

Sein Leben rund ums Leder begann 1966 als "dicker Stürmer" der Nationalelf. Im Interview verrät Gerd Müller seine eindrucksvollsten Fußball-Augenblicke.

Rückblickend auf Ihre außergewöhnliche Karriere, was sind die schönsten Momente?

Müller: "Die Weltmeisterschaft 1970 war besonders schön, weil es meine erste war und weil viele Mannschaften mit Weltklasse-Spielern dabei waren. Der WM-Titel 1974 war aber natürlich die Krönung, das Tor im Finale war wohl mein wichtigstes. Obwohl natürlich auch noch viele andere wichtige dabei waren."

Ihre Rekorde scheinen unantastbar. Sehen Sie jemanden, der Ihren Marken gefährlich werden könnte?

Müller: "Mancher Rekord wird wohl ewig bestehen bleiben. An die 365 Bundesliga-Tore kommt wohl keiner ran. Obwohl es heute doch viel einfacher ist für die Stürmer gegen eine Viererkette. Wir mussten gegen einen Vorstopper und einen Libero spielen. Heute würde ich vielleicht noch 20 Tore mehr schießen."

Und Ihre Nachfolger machen jede Saison wieder erfolglos Jagd auf Ihre 40 Tore aus der Saison 1971/72?

Müller: "Ach, damit muss man doch jetzt mal aufhören. Nach ein paar Spieltagen wird schon davon geschrieben. Zuerst soll es der Roy Makaay machen, dann trifft der nicht mehr, und jetzt ist es plötzlich der Miroslav Klose, der es angeblich schaffen kann."

In der schweren Zeit nach Ihrem Karriereende mit der Alkoholsucht war besonders der FC Bayern für Sie da.

Müller: "Ja, Uli Hoeneß hat sich um mich gekümmert, mich in die Klinik und zur Kur geschickt. Aber es waren alle für mich da. Dananch habe ich dann den Trainerjob angefangen."

Arne Richter/DPA / DPA

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