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VfB Stuttgart bestätigt: Silas Wamangituka spielte unter falschem Namen und Alter

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© Getty Images
Beim VfB Stuttgart sorgte Silas Wamangituka sportlich für Aufsehen. Nun bestätigte sein Verein, dass er unter falschem Namen spielte.

Der VfB Stuttgart hat auf seiner Homepage bestätigt, dass Silas Wamangituka bislang unter falschem Namen gespielt hat - auf Druck eines Spielervermittlers. Sein korrekter Nachname laute demnach Katompa Mvumpa.

"Der richtige Name des Spielers lautet Silas Katompa Mvumpa. Er wurde am 6. Oktober 1998 in Kinshasa (Kongo) geboren, ist heute also 22 Jahre alt", teilten die Schwaben mit.

Der Spieler, derzeit mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht, sagte: "Ich habe in den letzten Jahren in ständiger Angst gelebt und mir auch um meine Familie im Kongo große Sorgen gemacht. Es war ein schwerer Schritt für mich, meine Geschichte zu offenbaren."

Bereits im Jahr 2019 hieß es in der französischen Sportzeitung L'Equipe, dass Wamangituka mit vollem Namen eigentlich Silas Mvumpa Katompa heißen soll. Zudem soll er auch ein Jahr älter sein als angenommen.

Nun habe der Spieler dem VfB offenbart, "dass er Opfer von Machenschaften seines ehemaligen Spielervermittlers geworden ist und Wamangituka nicht sein richtiger Name ist", so der VfB in der Mitteilung.

Silas Katompa Mvumpa spielte unter falschem Namen beim VfB

Und weiter: "Mit Unterstützung des VfB und seines neuen Beraters hat Silas in den vergangenen Tagen und Wochen intensiv an der Aufklärung der Situation mitgewirkt und schließlich vor wenigen Tagen offizielle Dokumente der Demokratischen Republik Kongo erhalten. Mit der Deutschen Fußball-Liga DFL und dem DFB ist der VfB in Kontakt. Nach juristischer Bewertung des Sachverhalts geht der VfB davon aus, dass Silas im Besitz einer gültigen Spielberechtigung war und weiter ist."

Kassiert der VfB eine Strafe? DFB äußert sich zu Silas-Identität

"Der DFB-Kontrollausschuss wird die Angelegenheit im Hinblick auf ein mögliches sportstrafrechtliches Fehlverhalten des Spielers überprüfen", sagte Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses. "Es liegt eine durch die DFL wirksam erteilte Spielerlaubnis vor. Davon abgesehen sind beim DFB-Sportgericht keine Einsprüche gegen Spielwertungen anhängig. Diese können wegen Fristablauf auch nicht mehr eingelegt werden", fügte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, an.

Zur Vergabe einer falschen Identität sei es laut Vereinsangaben im Zuge eines Probetrainings und des Interesses vom RSC Anderlecht im Jahr 2017 gekommen. Damals war Silas 18 Jahre jung und mit einem Visum aus dem Kongo nach Belgien gereist. Anderlecht wollte den Spieler kurz vor Ablauf des Visums verpflichten, bat ihn jedoch darum, in den Kongo zurückzureisen, um später den Vertrag abzuschließen.

Daher soll ein Spielervermittler Silas in Belgien "unter massivem Druck" davon überzeugt haben, dass er nicht mehr nach Europa zurückkehren dürfe, wenn er Belgien einmal verlässt. Silas sei anschließend aufgrund seines jungen Alters "in ein komplettes Abhängigkeitsverhältnis" zu dem Berater abgedriftet.

Er habe bei dem Berater "von der Umwelt weitgehend abschottet" in Paris gewohnt und weder Zugriff auf sein Konto noch auf seine Papiere gehabt. Der Vermittler, der dem VfB bekannt ist, habe nach Aussage von Silas seine Identitätsangaben geändert und ihm Papiere als Silas Wamangituka sowie mit einem um genau ein Jahr geänderten Geburtsdatum, 6. Oktober 1999, verschafft.

Katompa Mvumpa wechselte im August 2019 vom französischen Zweitligaklub Paris FC für acht Millionen Euro nach Stuttgart und wurde dadurch zum teuersten Zweitliga-Einkauf der Geschichte. Bis zu seiner Verletzung kam er in der Bundesliga auf 13 Pflichtspieltore in 25 Spielen.

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