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WM 2006: Polizei macht mobil gegen Zwangssex

Mit Razzien und Schleierfahndungen will die Münchner Polizei gegen die befürchtete Zwangsprostitution während der Fußball-WM vorgehen. Bereits seit einem halben Jahr sei starke Bewegung ins Rotlichtmilieu gekommen, heißt es.

"Man will mit schnellem Sex Geld verdienen", sagte Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Montag. "Bordelle werden erweitert, Gebäude angemietet, und Zuhälter aus anderen Städten drängen auf den Markt", schilderte er. Schätzungen über 3000 zusätzliche Prostituierte je Spielort während der WM seien "nicht zu hoch gegriffen". Viele von ihnen würden zum Sex gezwungen. Gegen diese Form der Kriminalität machen gezielt auch Frauenverbände und Hilfsorganisationen mobil.

So sollen mit Postkartenaktion "Schau genau… eine Frau" Freier auf den Menschenhandel aufmerksam gemacht werden. "Wir wollen auffordern, genau hinzuschauen", sagte die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Bayern, Waltraud Deckelmann. Wenn eine Frau verängstigt sei, weine, nicht auf den Gebrauch eines Kondoms bestehe oder das Geld für ihre Dienste nicht selbst in Empfang nehme, könnte sie zum Sex gezwungen worden sein. Für solche Fälle werde für die Zeit vom 1. Mai bis 31. Juli bundesweit eine gebührenfreie Notrufnummer eingerichtet (08000111777).

Korrupte Polizei

Die Polizei hat ein hartes Durchgreifen angekündigt und will Menschenhändlern das Handwerk legen. Schmidbauer räumte allerdings ein, die Voraussetzungen dafür seien schwierig. So sprächen die Opfer meist kein Deutsch, seien eingesperrt und hätten oft keine Möglichkeit, selbst die Polizei zu informieren. "Zudem kommen die Frauen aus Ländern, wo man kein Vertrauen zur Polizei haben kann, da sie korrupt ist", sagte Schmidbauer.

DPA

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