Niederlande - Argentinien Nulldiät im Giganten-Duell


Nein, die erhoffte Gala war das Spiel Argentinien gegen die Niederlande nicht. Beide Mannschaften, schon qualifiziert für das Achtelfinale, rissen die Zuschauer nicht von den Sitzen. Die "Gauchos" sind nun möglicher Viertelfinalgegner der Deutschen.

Argentinien hat sich mit einem.0:0 gegen die Niederlande den Sieg in der Gruppe C gesichert. Doch der Fußballklassiker blieb das Fest schuldig, das sich die Fans weltweit von der laut Papier tollsten Partie der gesamten Vorrunde erhofft hatten. Die Argentinier ließen am Mittwochabend in Frankfurt zwar ab und zu ihr Können aufblitzen und bestimmten das Spiel, konnten ihre Überlegenheit aber nicht in Tore umsetzen. Die Niederländer spielten einfallslos und fanden kein Rezept gegen die Argentinier: Argentinien spielt nun im Achtelfinale gegen Mexiko, während die Holländer auf Portugal treffen. Sollte die deutsche Nationalelf im Achtelfinale am Samstag gegen Schweden siegen, bekommt sie es dann im Viertelfinale mit dem Sieger der Partie Argentinien-Mexiko zu tun.

Schonung der Stammkräfte

Sowohl der niederländische Bondscoach Marco van Basten als auch der argentinische Trainer Jose Pekerman hatten wichtige Stammspieler auf der Bank gelassen, weil diese mit einer gelben Karte belastet oder angeschlagen waren. Im Mittelfeld der Holländer lief diesmal Rafael van der Vaart vom HSV auf. Auch sein Vereinskollege Khalid Boulahrouz durfte erstmals von Anfang an spielen. Van Basten hatte auf seine Stammspieler Giovanni van Bronckhorst, Joris Mathijsen, John Heitinga, Mark van Bommel und Arjen Robben verzichtet. Auf argentinischer Seite hatte Pekerman hatte mehrere wichtige Spieler wie Luis Gonzàlez, Hernàn Crespo, Javier Saviola und Gabriel Heinze auf der Bank gelassen.

Argentinien mit Vorteilen

Beide Mannschaften begannen mit viel Respekt voreinander und tasteten sich vorsichtig ab. Bis zum ersten Torschuss vergingen fast 17 Minuten, doch der Argentinier Carlos Tevez verfehlte das Tor. Im Gegenzug hatte der junge niederländische Stürmer Dirk Kuyt das 1:0 auf dem Fuß, Torwart Roberto Abbondanzieri konnte aber klären. In der 28. Minuten hielten die Oranje-Fans die Luft an: Boulahrouz lenkte nach einem scharf hereingegebenen argentinischen Freistoß den Ball an den eigenen Pfosten. Wenige Sekunden später jagte der Argentinier Maximiliano Rodriguez das Leder aus etwa 20 Metern knapp am Tor Edwin van der Saars vorbei. Die Argentinier gewannen die Oberhand und blieben vor allem dank Rodriguez die gefährlichere Elf. Den Holländer gelang es einfach nicht, die gut gestaffelte Abwehr der Argentinier in Verlegenheit zu bringen. Von Lionel Messi, mit gerade einmal 18 Jahren der jüngste argentinische WM-Spieler in der Geschichte, ging ständige Unruhe aus. Argentinien blieb auch in der zweiten Hälfte die bessere Elf. Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Messi verfehlte Riquelme das niederländische Tor nur knapp (53.). In der 56. Minute nahm Van Basten den harmlosen Mittelstürmer Van Nistelrooy vom Platz und brachte den erst 19 Jahre alten Ryan Babel. Doch der erhoffte Schwung durch einen frischen Angreifer blieb aus.

"Ohne Holland fahren wir nach Berlin"

Die Partie verflachte zusehends, lediglich Einzelaktionen sorgten für etwas Unterhaltung. Als das Spiel gegen Ende immer langweiliger wurde, ließen sich die deutschen Fans hören: "Ohne Holland fahren wir nach Berlin", sangen sie in Sprechchören. Doch nicht einmal dieser Spott konnte die Niederländer aus ihrem Trott reißen. Zum Abpfiff gab es Pfiffe von den Rängen. Auf der Tribüne hatten auch das niederländische Thronfolgerpaar Willem Alexander und Maxima, eine gebürtige Argentinierin, mitgefiebert. Streit wegen des Duells gab es jedoch laut Willem Alexander nicht mit seiner Frau. Das.0:0 dürfte aber für den Familienfrieden im niederländischen Königshaus bestimmt nicht abträglich sein.

AP AP

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