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Louis Vuitton Cup: Team Germany besser als gedacht

Das Team Germany hat die beiden Vorregatten zum Segelklassiker America's Cup vor Malmö mit positiver Bilanz beendet. Vier Monate nach Anmeldung der ersten deutschen Herausforderung zum America's Cup hat die deutsche Crew sich ins Mittelfeld gesegelt.

Im Feld der zwölf teilnehmenden Teams belegte die Mannschaft von Skipper Jesper Bank in den zwei Wettfahrtserien Louis Vuitton Act 6 und 7 die Plätze zehn und sieben. Damit hat das United Internet Team Germany bereits vier Monate nach Anmeldung der ersten deutschen Herausforderung zum America's Cup den Anschluss an das Mittelfeld geschafft. Die beiden letzten Wettfahrten mussten wegen Flaute abgesagt werden.

Personalquerelen und Materialprobleme

"Wir haben bessere Ergebnisse erzielt als erhofft", sagte der 48 Jahre alte Bank. "Unsere Lernkurve verläuft steil und ich bin nach den Schwierigkeiten, die wir hatten, sehr erleichtert."

Nach Personalquerelen, Materialproblemen und dem schweren Unfall von Christian Buck neun Tage zuvor, bei dem sich der Rostocker im 35 Meter hohen Mast das Jochbein gebrochen hatte, ist wieder Ruhe in die Mannschaft eingekehrt. "Wir haben immer noch Pionier-Status", sagte Doppel-Olympiasieger Bank. "Aber wir haben unsere Probleme angepackt und arbeiten an uns."

Es herrscht Aufbruchstimmung

Auch der umstrittene Teamchef Uwe Sasse, der sich nach der Entlassung von Sportdirektor Andreas John zum Ende des Jahres aus dem Vorstand der Deutschen Challenger AG zurückziehen will, konstatierte: "Es herrscht wieder Aufbruchstimmung im Team. Unsere Probleme wurden von der Mannschaft nicht mit einer Trotzreaktion, sondern souverän gemeistert." Sasse kündigte die Bekanntgabe neuer Verantwortungsträger im Team-Management noch vor den Acts 8 und 9 ab 29. September vor Trapani an.

Als möglicher Nachfolger für den Bereich Sport gilt Segel-Idol Willy Kuhweide, der über seine Rolle als Kommodore des Deutschen Challenger Yacht-Clubs hinaus mehr Verantwortung übernehmen will. Der 61 Jahre alte olympische Goldmedaillengewinner von 1964 im Finn-Dinghy war in den vergangenen Tagen bereits Dauergast im deutschen Mannschaftslager.

Beim America's Cup am Steuer

Zu den großen Siegern der beiden Serien auf dem Öresund der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann. Sein Team Alinghi gewann die Acts 6 und 7 und führt nun auch die Saisonwertung an. Der 51 Jahre alte Schümann, der sich intern gegen seine Konkurrenten Ed Baird und Peter Holmberg durchsetzen muss, wenn er im Juni 2007 beim 32. Duell um den America’s Cup am Steuer der "Alinghi" stehen will, äußerte sich zufrieden. "Für mich war es die erste echte AC-Regatta am Steuer. Da macht es natürlich doppelt Spaß, wenn man sowohl im Matchrace als auch im Fleetrace gewinnt."

Der Hamburger Profisegler Tim Kröger und sein südafrikanisches Team Shosholoza konnten sich mit den Plätzen elf und zehn gegenüber dem Saisonauftakt leicht verbessern. "Wir segeln mit der jüngsten Mannschaft, und vor uns liegt ein langer Weg", sagte der 41-Jährige. "Aber man kann es auch positiv sehen: Wir haben das größte Potenzial für Verbesserungen."

Tatjana Pokorny/DPA / DPA

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