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Mehr Sport Snooker - Stuart Bingham gewinnt die Australian Open


Stuart Bingham hat es geschafft. Nach 16 Jahren Profitum hat er seinen ersten Titel eingefahren und die Australian Open gewonnen. Es war eine großartige Woche und die Australier haben sich als ein perfekter Gastgeber erwiesen. Doch gab es auch ungewohnt scharfe Töne zu hören - der Respotted-Blog fasst zusammen.

Stuart Bingham hat es geschafft. Nach 16 Jahren Profitum hat er seinen ersten Titel eingefahren und die Australian Open gewonnen. Es war eine großartige Woche und die Australier haben sich als ein perfekter Gastgeber erwiesen. Doch gab es auch ungewohnt scharfe Töne zu hören - der Respotted-Blog fasst zusammen.

Zu Beginn muss ich mir gleich einmal selber auf die Schulter klopfen. Anfang der Saison habe ich noch gesagt, wir sollten alle verstärkt auf Stuart Bingham achten und was passiert? Er gewinnt direkt das erste Ranglisten-Event. Das habe ich natürlich so nicht kommen sehen, wie Ihr der Umfrage in meiner letzten Kolumne entnehmen könnt.

Aber Ballrun Bingham hat einfach ein überragendes Turnier gespielt. Begonnen hat er damit, Ding Junhui auszuschalten, der ja bei der letzten WM die Oberhand behalten und den Vorstoß des Engländers in die Top 16 verhindert hatte. Diese Scharte ist nun ausgewetzt und Mark Allen hat auch so seinen Anteil an der Geschichte.

Allen schießt übers Ziel hinaus

Beide Spieler haben, nett ausgedrückt, ein unterkühltes Verhältnis zueinander. Allen hatte zu der kleinen Privatfehde erklärt: "Er mag mich nicht, da ich in einer Pressekonferenz die Wahrheit über ihn gesagt habe. Er hat keine Eier und als er den Sieg gegen Ding bei der WM verspielt hat, hat man es auch gesehen." Den Rest seiner Aussagen erspare ich Euch, denn an Peinlichkeit war das kaum zu überbieten.

Die Kontrahenten trafen dann ja auch in Bendigo aufeinander und Bingham war heiß wie Pommesfett: "Die Aussagen haben mich nicht sonderlich beeindruckt. (...) Mark ist ein guter Snooker-Spieler und man steht nicht fünf Jahre in den Top 16, ohne was drauf zu haben. Am Tisch gehört er zu den besten Spieler, aber wie es daneben aussieht, ist eine ganz andere Geschichte Es war auf jeden Fall ein süßer Sieg."

Über den Kampf

Das Finale war natürlich auch ein Leckerbissen. Und wenn man ehrlich ist, hat Allen mit seinen Aussagen genau das Gegenteil erreicht. Denn als Bingham nach einer ausgeglichenen ersten Session völlig aus dem Tritt kam, hat er gekämpft und sich in das Match gebissen - dabei vier Frames in Folge gewonnen. Dass er im Decider dann zwei Mal das Cross-Double trifft, ist auch ziemlich abgezockt.

Damit ist Stuart Bingham nun der 78. Spieler in der Geschichte des Snooker, der den Einzug in ein Ranking-Final geschafft hat und der 48. Spieler, dem ein Turniersieg gelungen ist. Glückwunsch von meiner Seite. "Ich bin gut in das Match reingekommen und war wesentlich entspannter, als noch am Tag zuvor", erklärte der Sieger nach dem Match. "Das war die beste Woche meines Lebens." Via Twitter ließ er dann verlauten: WINNER WINNER CHICKEN DINNER!!! Zur Belohnung gab es dann auch noch die Handschuhe von Michaela Tabb.

Die Rückkehr des Iren

Ähnlich erfolgreich war auch Ken Doherty, den ich im Leben nicht auf dem Zettel gehabt hätte. Bei Team World Cup in Thailand hat er schon keine wirklich gute Leistung gezeigt, aber was er in Bendigo abgeliefert hat, war aller Ehren wert. Gut fünf Jahre ist es her, dass er zuletzt ein Halbfinale erreicht hat. Und zudem ist er ja auch kein Vollzeitprofi mehr - sondern eher eine Art Botschafter für den Sport und Kommentator.

Zudem hatte der Ire schon Rücktrittsgedanken gehegt, wie er World Snooker erklärte: "Als ich mich 2009 nicht für die WM im Crucible Theatre qualifizierte, habe ich mir schon meine Gedanken gemacht und gedacht, dass ich aufhören sollte." Und seine Pläne nach dem Rücktritt? "Ganz ehrlich, ich hätte keine Ahnung, was ich danach machen soll. Aber ich würde dem Snooker in irgendeiner Art erhalten bleiben."

Higgins und Hendry vor der Flinte

Überrascht hat sicherlich auch Matthew Selt, der erst John Higgins und dann Stephen Hendry aus dem Turnier gekegelt hat. "John Higgins ist der beste Spieler der Welt und Stephen Henrdy ist der größte Champion aller Zeiten", so Selt nach seinem Erfolg über den Golden Boy. "Ich weiß ja, dass ich auf dem Level mithalten kann, aber der Sieg gegen John war schon speziell."

Den Fairnesspreis gewonnen hat meiner Meinung nach übrigens das Publikum. Gerade wenn man sich ansieht, wie Spaceman Dominic Dale empfangen wurde, nachdem er erst Steve Mifsud und dann auch Neil Robertson aus dem Turnier geworfen hat. Keine Spur von Feindseligkeit gab es zu spüren und die Stimmung war wirklich sehr gut.

Die Frage, die sich mir ob der Ergebnisse stellt, ist, ob gerade die PTC-Serie dafür sorgen könnte, eine neue Hackordnung zu erstellen. Natürlich hat Higgins erklärt, einfach nicht genug trainiert zu haben. Und auch andere Spieler haben sicherlich nicht ihre Bestform erreicht, aber es ist doch auffällig, dass die zweite und dritte Reihe über die Mehrzahl an Turnieren eine ganz andere Wettkampfhärte entwickelt.

Der Drache speiht Feuer

Warten wir mal die nächsten Turniere ab. Ein wenig kontrovers diskutiert wird indes die Aufstockung der Events und die enorme Expansion, die von Barry Hearn eingeleitet wurde. Turniere in Bangkok, Bendigo und bald auch wieder in Deutschland scheinen die Snooker-Welt ein wenig zu spalten. Bestes Beispiel ist der kleine Disput zwischen Ali Carter und Matthew Stevens.

Carter hatte nach seiner Niederlage in Runde eins gegen Marcus Campbell erklärt, sich auf seine Familie zu freuen, die er schon drei Woche nicht mehr gesehen habe. Zudem übte er leise Kritik an den großen Entfernungen, die nun zu bewältigen wären.

Stevens sagte daraufhin: "Ich bin nicht sonderlich müde und keiner von dieses Spielern, die eine lange Reise als Grund für die Niederlage nennen." Einmal in Fahrt legte der Walisische Drache nach: "Ich mag diese kleinen Kinder nicht, die sagen, dass sie es kaum erwarten können, endlich nach Hause zu fahren. Wir sind Snooker-Spieler und das ist unser Job. Wir wollten alle mehr Turniere haben und nun haben wir sie auch."

Das nächste Aufeinandertreffen zwischen beiden Spielern könnte eine ganz interessante Geschichte werden. Vielleicht ja schon am 6. August, wenn das zweite PTC-Turnier beginnt. Ansonsten ist der August ein eher lauer Snooker-Monat, in dem zunächst keine großen Events stattfinden. Am 24. August macht der Zirkus allerdings in Deutschland Station. Denn das vierte PTC-Event steigt in Fürth beim Paul Hunter Classic.

Ein ruhiger Monat August

Für ein Maximum Break würde es dort keine gesonderte Prämie geben. Doch immerhin haben sich die Verantwortlichen eine neue Regelung einfallen lassen, um eine 147 entsprechend zu würdigen - jedoch nur bei den Major-Events. Zukünftig wird es eine Prämie von 5.000 Pfund geben. Sollte bei einem Turnier kein Maximum gespielt werden, erhöht sich der Betrag für das nächste Turnier auf 10.000 Pfund usw.

Das soll es für heute dann auch gewesen sein und wir sehen und erst in zwei Wochen wieder, dann gibt es die neusten Informationen rund um den Snooker-Sport. Bis dahin gönne ich Euch ein wenig Pause und neben den ganzen Turnieren, bei denen man um 5 Uhr in der Früh schon aufstehen muss, bleibt nun auch ein wenig Zeit, um sich den sozialen Kontakten zu widmen.

Einen schönen Start in die Woche und besten Dank für die Aufmerksamkeit.

Gunnar Beuth

sportal.de sportal

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