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NFL: Any Given Wednesday - Ein Ende der NFL-Aussperrung in Sicht

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Eigentlich stehen wir kurz vor dem Ende der Aussperrung in der NFL. Wird auch Zeit, möchte man meinen, vergisst dabei aber, dass noch einiges an Überstunden vor den beiden Parteien liegt, ehe die Normalität wieder Einzug halten kann. Einigen Spielern geht der Arbeitskampf übrigens wohl so an die Nerven, dass sie sich lieber ein- statt aussperren lassen.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Eigentlich stehen wir kurz vor dem Ende der Aussperrung in der NFL. Wird auch Zeit möchte man meinen, vergisst dabei aber, dass noch einiges an Überstunden vor den beiden Parteien liegt, ehe die Normalität wieder Einzug halten kann.

Dabei rede ich gar nicht so sehr von den restlichen Verhandlungen. Ja, auch die müssen erst einmal erfolgreich zu Ende gebracht werden. Oberstes Ziel ist es übrigens, alle vor Gericht befindlichen Fälle zu einem zu vereinen, um damit alle Kriegsbeile zu begraben.

Also muss der Fall Tom Brady, Peyton Manning und andere gegen die NFL genauso abgeschlossen werden, wie die Klage der Liga gegen die Gewerkschaft und die Klage der Ex-Spieler gegen Liga und Gewerkschaft. Kommen da wieder Kopfschmerzen auf?

Bitte ratifizieren Sie!

Der Grund für diesen Plan ist übrigens folgender: Nur, wenn man alle Streitfälle gleichzeitig beendet, kann die Saison vielleicht schon diese Woche beginnen. Das hieße: man einigt sich bis Donnerstag. Für den Tag ist nämlich die Ligaversammlung geplant, zu der laut ESPN die Besitzer aller 32 Teams gebeten wurden, auch mindestens einen Verantwortlichen von der Geschäftsstelle mitzubringen. Im Idealfall kommen gleich weitere Mitarbeiter mit, um das Prozedere danach genauer zu besprechen.

Denn am Freitag könnte es schon losgehen: Am Freitag schwärmen die Spieler wieder zu den Teams, die gleichzeitig 72 Stunden Zeit haben, mit denjenigen ihrer Spielern zu verhandeln, die eigentlich Free Agents wären. Nach Ablauf dieser Frist darf dann jeder mit jedem reden. Die verkürzte Vorbereitung soll unter anderem dadurch abgefedert werden, dass 90 Spieler pro Team in die Traingslager mitfahren - zehn mehr als bisher üblich. Ein Kommen und Gehen wäre an der Tagesordnung, um einmal Helge Schneider zu zitieren.

Denn trotz allem müssten kurz vor dem Saisonstart immer noch die 53 Spieler übrig bleiben, ob also ein zunächst aufgeblähter Kader der Eingespieltheit der Mannschaften gut tut, bleibt für mich mit einem großen Fragezeichen versehen. Aber vielleicht greife ich auch zu weit vor - erst einmal muss ratifiziert werden.

Zehn gegen 2000

Einer der großen Stolpersteine könnten übrigens tatsächlich die zehn Spieler sein, die gegen die Liga wegen der angeblichen Bildung eines Kartells klagten. Es sind allerdings nicht die Top-Quarterbacks Brady, Manning oder Drew Brees, die sich querstellen werden. Vielmehr gelten San Diegos Vincent Jackson, New Englands Logan Mankins oder Osi Umenyiora von den New York Giants als Kandidaten, die auf persönliche Zugeständnisse pochen könnten.

Jackson und Mankins könnten zum Beispiel darauf bestehen, nicht wieder mit dem Franchise Tag versehen zu werden. Dieses Tag bedeutet, dass ein Spieler von seinem Team gehalten wird, ohne einen neuen Vertrag auszuhandeln. Für diese Zwangsverpflichtung bekommt der Spieler ein besonderes Gehalt - entweder 120 Prozent seines bisherigen Jahressalärs oder aber den Schnitt der Top-Fünf-Gehälter auf seiner Position.

Umenyiora, den ich in den letzten Wochen in einer unserer Twitter-Episoden bereits erwähnte, dürfte noch einen Schritt weiter als Jackson und Mankins gehen. Er wolle entweder einen neuen Vertrag bei den Giants oder aber wechseln, wie nfl.com berichtet. Ein wenig verursacht dieser Gedanke Bauchschmerzen: vom Wohlwollen der NFL-Besitzer gegenüber einigen wenigen Spielern hängt nun ein Stück weit das Wohl und Wehe von den 2000 Spielern ab, die ihr Geld in der Liga verdienen wollen und sogar müssen.

Andererseits haben sich bereits Brees persönlich per Twitter und Jacksons Berater gemeldet, die feststellten, dass sie sich garantiert nicht querstellen würden, um persönliche Belange zu befriedigen. "Ich will wie der Rest der Spieler endlich wieder spielen", erklärte Jackson zudem auf twitter.com.

Ein- nicht augesperrt

Auch wenn es fast vorbei scheint: Die Aussperrung scheint einigen Spielern immer noch an die Nerven zu gehen. Und so geraten sie mit der Justiz in Konflikt. So zum Beispiel Cedric Benson von den Cincinnati Bengals, der in seiner Collegestadt Austin seinen alten Mitbewohner wiedertraf. Der dürfte das Wiedersehen nicht sehr genossen haben, schließlich schlug Benson ihm mit der Faust mehrfach ins Gesicht.

Der Mitbewohner habe um fünf Uhr morgens telefonierend an einer Straßenecke gestanden, als Benson auf ihn mit den Worten: "Wir müssen über unsere Probleme reden", wie usatoday.com zitiert, eingestürmt war. Die Polizei nahm ihn fest, Benson kam gegen Kaution frei. Nach den Worten seines Anwaltes hatte der Bengals-Spieler, der im Falle eines Endes der Aussperrrung wohl Cincinnati verlassen muss, den Mitbewohner vor kurzem aus seinem Haus entfernen lassen.

Irgendwas scheint sowieso faul im State Texas, denn auch Defensive End Jerry Hughes von den Indianapolis Colts und zwei seiner ehemaligen Mitspieler von der Texas Christian University wurden in Dallas wegen Ruhestörung und Trunkenheit um 2.30 Uhr neben einem Nachtclub festgenommen.

Ex-Eagles-Spieler Reno Mahe trieb es dagegen noch bunter. Der ehemalige Running Back scheint gerne Auto zu fahren, aber anscheinend nicht mehr das nötige Kleingeld für dieses Hobby zu haben. Mahe hatte sich in Utah über vier Jahre bei der Firmen-Tankstelle einer Baufirma frei bedient - Kraftstoff im Wert von 15.000 Dollar sollen so in Mahes Tank geflossen sein. Ein Angestellter hatte Mahe und einigen Freunden freien Zugang zu den Zapfsäulen gewährt.

Vielleicht hatte Ray Lewis doch Recht vor einigen Wochen, als er im Falle einer ausgesetzten Saison von einer ansteigenden Kriminalitätsrate sprach. Gut, er meinte eigentlich nicht die Spieler und andererseits: Solche Vorfälle passierten nicht nur in der NFL in den letzten Jahren immer wieder - ob nun Spiele waren oder nicht!

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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