HOME

NFL: Teambesitzer stimmen neuer Tarifvereinbarung zu

Der nächste Schritt in Richtung der neuen NFL-Saison ist getan: Bei einem Treffen von 31 Teambesitzern stimmten diese dem Entwurf einer neuen Tarifvereinbarung zwischen Spielern und Liga zu. Nun liegt es an den Spielern, das neue, für zehn Jahre gültige, Collective Bargaining Agreement ebenfalls durchzuwinken und somit das Ende der Aussperrung herbeizuführen.

Der nächste Schritt in Richtung der neuen NFL-Saison ist getan: Bei einem Treffen von 31 Teambesitzern stimmten diese dem Entwurf einer neuen Tarivereinbarung zwischen Spielern und Liga zu. Nun liegt es an den Spielern, das neue, für zehn Jahre gültige, Collective Bargaining Agreement ebenfalls durchzuwinken und somit das Ende der Aussperrung herbeizuführen.

Durch die Auflösung der Spielergewerkschaft NFLPA kurz nach Beginn der Aussperrung im März wird dieses Prozedere jedoch erschwert: Zunächst müssten sich alle 1900 Liga-Spieler wieder zu einer Gewerkschaft zusammentun, um die neue Vereinbarung durch zuwinken. Spielervertreter aller 32 Teams gaben sich Stunden nach der Besitzer-Abstimmung zwar nicht abgeneigt, verlangten allerdings noch einige Änderungen, bevor sie ihren Kollegen empfehlen würden, sich wieder zu einer Gewerkschaft zusammenzufinden.

In einer E-Mail an die Spieler hatte Gewerkschaftsboss DeMaurice zuvor laut nfl.com klargestellt, welche Punkte in der neuen Vereinbarung noch fehlen würden. So seien unter anderem eine Entschädigung für verletzte Spieler noch nicht geregelt: „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Vereinbarung zwischen Spielern und der NFL", zitierte nfl.com aus der E-Mail.

Spieler haben den Schwarzen Peter

Einige Spieler fühlen sich durch das Votum der Besitzer unter Druck gesetzt. Jetzt, so der Tenor, hätten die Fans das Gefühl, die Spieler würden sich gegen ein Ende des Lockouts sperren. „Diese Vereinbarung geht über zehn Jahre, da können wir eine Entscheidung darüber nicht auf die leichte Schulter nehmen", erklärte Josh Cribbs von den Cleveland Browns gegenüber nfl.com. „Das müssen die Fans verstehen."

Laut espn.com fehle den Spielern auch eine Möglichkeit zum Ausstieg aus der Vereinbarung nach sieben Jahren. Die Option wäre für beide Seiten gedacht, hätte für die Partie, die sie wählt, jedoch auch Strafzahlungen zur Folge. Nach dem ESPN-Bericht würde das Fehlen einer solchen Option die Vereinbarung allerdings nicht scheitern lassen.

Auf wackligen Beinen?

Auch die von einigen Spielern bemängelten Winkelzüge der Liga stünden der Ratifizierung einer Vereinbarung nicht mehr im Wege, wie espn.com einen nicht näher genannten Verhandlungsführer der Spieler zitiert: "Trotz aller Spielchen von Seiten der NFL sieht es bereits viel positiver aus."

Querschüsse gab es jedoch aus beiden Lagern. Während Teambesitzer sich enttäuscht über die vermeintlichen Querschläge der Spieler zeigten und darauf pochten, eine Abmachung per Handschlag mit den Verhandlungsvertretern der Spieler getroffen zu haben. Einige Spieler schossen jedoch zurück und erklärten, dass die NFL einige Punkte, die nicht bei den Verhandlungen besprochen wurde, in die Vereinbarung reingebracht hätten.

"Das stimmt einfach nicht", erklärte Ligasprecher Greg Aiello gegenüber dem NFL Network. "Alles, was in der Presseerklärung vorkommt, wurde mit den Spielern besprochen. Sie sind nun dran, darüber abzustimmen", erhöhte Aiello ebenso den Druck wie sein Boss Roger Goodell. "Es ist Zeit Football zu spielen. Das ist, was Jeder hier will", zitierte nfl.com aus der Presseerklärung des Commissioners.

Saisonstart am Mittwoch

Sollten die Spieler und die dann neuformierte Gewerkschaft der Vereinbarung zeitnah zustimmen, wäre ein offizieller Start der Spielzeit 2011 am Mittwoch, den 27. Juli möglich. Ab diesem Termin wäre die Wechselperiode offiziell eröffnet, Teams könnten mit den Free Agents verhandeln und die ersten Trainingslager wären möglich.

Laut diesem Zeitplan würden die ersten Vorbereitungsspiele am 11. August stattfinden. Wie bereits zuvor von verschiedenen Medien berichtet, würde die Anzahl der Spieler pro Kader zunächst von 80 auf 90 angehoben. Bis zum Beginn der regulären Saison müssten diese Kader wie gehabt auf 53 Spieler reduziert werden.

Hall-of-Fame-Game abgesagt

Ein Spiel ist dem Verhandlungsmarathon bereits zum Opfer gefallen. Das für den 7. August angesetzte Hall-of-Fame-Game zwischen den Chicago Bears und den St. Louis Rams ist von der NFL abgesagt worden. Das Spiel sei gestrichen worden, weil beide Teams zu wenig Vorbereitungszeit gehabt hätten, erklärte NFL Commissioner Roger Goodell. "Die Zeit wäre einfach zu knapp", zitierte nfl.com den Liga-Boss. "Leider werden wir in diesem Jahr nicht in Canton spielen."

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity