Alexander Falk Aufstieg und Fall am Neuen Markt


Mitte der 90er Jahre positionierte sich der Unternehmer-Erbe Alexander Falk in verschiedenen Bereichen am Neuen Markt. Mit dem Ende des Booms begann der Betrug.

Der heute 35-jährige Hamburger Alexander Falk erbte von seinem Vater Gerhard den Stadtplan-Verlag, der die patentierten Falk-Pläne herstellte. 1995 verkaufte Falk das Unternehmen - mit Ausnahme der digitalen Kartographie - an Bertelsmann und erlöste rund 50 Millionen DM. Noch im gleichen Jahr begann Falk sein Startkapital in verschiedene Internet-Firmen sowie in die Bereiche Mobilfunk, Software, Rundfunk und Informationstechnik zu investieren. Eine klare Strategie oder einen durchschlagenden Erfolg gab es in dem unübersichtlichen Firmengeflecht nicht.

Falk kassierte Millionen von den Anlegern

Im Jahr 1997 stieg Falk mit zunächst 35 Prozent bei der börsennotierten Schweizer Distefora AG ein. Später stockte er seine Beteiligung zu einer Mehrheit auf und baute das Unternehmen zu einer Holding für seine unternehmerischen Aktivitäten um. Über die Distefora kaufte Falk 1999 zum Preis von 75 Millionen DM vom ThyssenKrupp-Konzern die Internet-Firma Ision. Im März 2000, auf dem Höhepunkt des Internet-Booms, brachte die Holding die Ision AG mit einem Startkurs von 69 Euro an den Neuen Markt und kassierte von den Anlegern 230 Millionen Euro.

Während der Neue Markt in einen immer schnelleren Sinkflug überging, konnte sich die Ision-Aktie noch halbwegs halten, wenn auch mit Verlusten. Im September 2000 soll es zwischen Falk und seinen Mitangeklagten ein Treffen gegeben haben, bei dem angeblich illegale Methoden zur Erhöhung des Umsatzes und zur Kurspflege abgesprochen wurden. Das britische Unternehmen Energis kauft im Januar 2001 die Ision AG für 812 Millionen Euro.

Vom Internet-Geschäft zur Bank

Falk wechselte das Geschäftsfeld und engagierte sich als Hauptgesellschafter bei der Frankfurter Bank Hornblower Fischer sowie bei der Berliner Privatbank Oswald Gruber. Nach Falks Verhaftung zu Pfingsten 2003 kamen die Banken in Schwierigkeiten. Mittlerweile gehört Hornblower Fischer zur Züricher Schönkind Holding, das Bankhaus Gruber einer US-Bank.

DPA DPA

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