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Bertelsmann: Bertelsmann-Aufsichtsratschef Schulte-Hillen tritt zurück

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Medienkonzerns Bertelsmann, Gerd Schulte-Hillen, hat seinen Rücktritt erklärt. Unterschiedliche Auffassungen über die Fusion der Bertelsmann-Musiksparte BMG und Sony Music sollen eine Rolle gespielt haben.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Medienkonzerns Bertelsmann, Gerd Schulte-Hillen (63), hat seinen Rücktritt erklärt. Dies bestätigte am späten Mittwochabend das Unternehmen in Gütersloh. Die Aktionäre der Bertelsmann AG -die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und die Groupe Bruxelles Lambert - und Schulte-Hillen hätten sich auf eine einvernehmliche und freundschaftliche Beendigung der Mandate zum Jahresende verständigt. Neben dem Aufsichtsratsvorsitz war Schulte-Hillen auch stellvertretender Präsidiumsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, sei es zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG, Gunter Thielen, zu unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens gekommen. Daraufhin habe Schulte-Hillen seinen Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender der Bertelsmann AG sowie als Präsidiumsmitglied der Bertelsmann-Stiftung erklärt. "Ich bedaure die Entwicklung sehr, die zu der Entscheidung von Gerd Schulte-Hillen geführt hat", ließ Thielen mitteilen.

Unterschiedliche Aufassungen

Das Bielefelder "Westfalen-Blatt" berichtet unter Berufung auf unternehmerische Kreise, beim Rücktritt von Schulte- Hillen hätten auch unterschiedliche Auffassungen über die Fusion der Bertelsmann-Musiksparte BMG und Sony Music eine Rolle gespielt. Demnach stimmte der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende als einziges Mitglied des Kontrollgremiums gegen die Fusion.

Bis zur Wahl eines Nachfolgers übernimmt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Dieter Vogel, die Leitung des Aufsichtsgremiums der Bertelsmann AG.

DPA