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Coca-Cola: Edles Wasser kommt aus der Leitung

Das Rezept von Coca Cola hält der amerikanische Getränkehersteller gleichen Namens streng geheim, doch die Zusammensetzung seines stillen Wassers "Dasani" ist denkbar einfach: Es handelt sich um schlichtes Leitungswasser

Das Rezept von Coca Cola hält der amerikanische Getränkehersteller gleichen Namens streng geheim, doch die Zusammensetzung seines stillen Wassers "Dasani" ist denkbar einfach: Es handelt sich um schlichtes Leitungswasser. Dieses Eingeständnis hat in Großbritannien zu einem beispiellosen PR-Desaster geführt.

Während das Wasser in der dunkelblauen 500 Milliliter-Flasche von "Dasani" 95 Pence kostet (1,40 Euro), bezahlt man durch Aufdrehen des Wasserhahns für die gleiche Menge gerade einmal 0,03 Pence. Wie die Zeitung "The Independent" am Mittwoch berichtete, wird der Fall inzwischen von der britischen Lebensmittelbehörde untersucht.

Wasserhahn statt Quelle

Coca Cola bestätigte, dass das Wasser aus keiner unterirdischen Quelle sprudelt, sondern in seinem Werk in Sidcup südöstlich von London einfach aus der Leitung abgezapft wird. Allerdings werde das Wasser dann in einem aufwendigen Verfahren von Bakterien, Viren, Salzen und giftigen Partikeln gereinigt. Am Ende sei es dann völlig "rein" und erfülle damit die Erwartungen anspruchsvoller Kunden.

Doch Barrie Clarke, eine Sprecherin des Dachverbands der britischen Wasserwerke, widersprach dem: "Die Leute brauchen dieses Zeug nicht zu kaufen, um erstklassiges Wasser von hervorragender Qualität zu bekommen." Das gebe es auch direkt aus der Leitung. Die RWE-Tochter Thames Water, die für das Wasser am Coca Cola-Standort Sidcup verantwortlich ist, versicherte: "Unser Leitungswasser besteht 99,92 Prozent aller Qualitätskontrollen. Wenn die Behörden noch weitere Reinigungen für nötig halten würden, dann würden sie uns das sagen."

Zusatz von Geschmacksverbesserern

Die wiederholten Beteuerungen Coca Colas, wonach "Dasani" hundertprozentig rein ist, riefen nun die britische Lebensmittelbehörde auf den Plan. Sie prüft zur Zeit, ob dieser Reinheitsanspruch aufrecht gehalten werden kann, da Coca Cola dem Wasser einige Minerale hinzufügt, "damit es besser schmeckt". Doch nach den geltenden Standards dürfen "reine" Produkte nur einen einzigen Bestandteil ohne Zusätze enthalten.

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