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Piekfeine Anzug-Träger: Was diese Herren (nicht) mit dem Kahlschlag bei der Deutschen Bank zu tun haben

Ein in den Medien kursierendes Bild sollte illustrieren, wie plötzlich die Deutsche Bank Mitarbeiter vor die Tür setzt. Nur: Die zu sehenden Herren sind keine Banker, sondern bei einem Edel-Schneider angestellt – und nahmen Maß bei Führungskräften.

Zwei Gesandte eines Nobel-Schneiders verlassen die Deutsche Bank

Zwei Gesandte eines Nobel-Schneiders verlassen die Deutsche Bank

Getty Images

Suchende Blicke, Taschen unter den Armen und ausgerechnet am Montag – die muss es auch erwischt haben, dürften sich die auflauernde Fotografen gedacht haben. An jenem Tag kündigte die Deutsche Bank einen radikalen Umbau des Unternehmens an. Rund 18.000 Stellen sollen bis 2020 weltweit gestrichen werden (der stern berichtete).

Symbolisch für den schlagartigen Rauswurf Tausender Mitarbeiter sollte das Bild von zwei Herren, gut gekleidet und bierernst wie – nun ja – zwei Banker, vor einer Filiale der Deutschen Bank in London stehen. Zahlreiche Medien griffen das Foto auf.

Nun stellt sich heraus: Bei den beiden Männern handelt es sich nicht um entlassene Mitarbeiter sondern um Gesandte eines Edel-Schneiders, wie etwa der britische "Guardian" berichtete. 

Neue Maßanzüge für die Deutsche Bank

Die Herren sollen demnach für Fielding & Nicholson tätig sein, einem noblen Schneider in der britischen Hauptstadt. Das Logo der Firma war auch auf den Kleidersäcken der Männer zu sehen.

Das Logo des Schneiders Fielding & Nicholson

Kleidersack mit Logo des Schneiders Fielding & Nicholson

Getty Images

Sie hatten offenbar gerade Anzüge für Führungskräfte der Deutschen Bank in London vermessen, so der "Guardian", während zahlreiche Mitarbeiter ihre Schreibtische räumen mussten. Die Anzüge werden in wochenlanger Arbeit geschneidert und sind ab 1200 britischen Pfund (umgerechnet rund 1340 Euro) zu haben, so das Blatt weiter.

"Unser Timing war nicht gut", räumte Firmengründer Ian Fielding-Calcutt gegenüber "Financial News" ein, der lediglich "ganz normal" mit seinen Kunden habe umgehen wollen. Von der Deutschen Bank gibt es bisher keine Stellungnahme. 

Quellen: "The Guardian", "Financial News"

fs
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