Aktienmarkt Sichere Spekulation

Ohne Angst an die Börse: Wer sich jetzt an den Aktienmarkt zurückwagt, kann sich gegen Abstürze absichern - und das sogar mit Garantie.

Aktien kaufen und damit garantiert keine Verluste machen - klingt unglaublich, ist aber möglich: Großbanken wie Deutsche und Dresdner Bank, West LB oder UBS Warburg bieten so genannte Garantieprodukte. Dabei investieren Anleger in eine bestimmte Auswahl von Aktien oder gleich in einen kompletten Börsenindex und bekommen am Ende einer vorher festgelegten Laufzeit mindestens ihren Einsatz zurück - egal, wie tief die Kurse bis dahin gestürzt sein mögen. Steigen jedoch die Kurse, kassiert der Anleger einen Gewinn. Ein cleveres Geschäft und ideal für diejenigen, die der Börse noch nicht ganz trauen, aber mit dabei sein wollen, wenn es mit den Kursen wieder aufwärts geht.

Zwei Varianten stehen zur Auswahl: Garantiefonds und Garantiezertifikate. Mit Fonds profitieren Anleger allerdings nicht in vollem Umfang von steigenden Börsenkursen, sondern nur zu einem bestimmten Prozentsatz.

Ein Rechenbeispiel zeigt: Ist ein Fonds nur zu 40 Prozent an Kurssteigerungen beteiligt und die Börse klettert um 20 Prozent, bleiben für den Anleger als Rendite nur acht Prozent übrig (40 Prozent von 20 Prozent). Davon muss er noch den einmaligen Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent und die jährliche Managementgebühr, im Durchschnitt 0,9 Prozent, abziehen. Die gewünschte Garantie gibt es nicht umsonst.

Garantiezertifikate sind interessanter. Sie haben deutlich geringere Kosten als die Fondsprodukte, und manche von ihnen erlauben es den Investoren, zu 100 Prozent beim Kursaufschwung mit dabei zu sein. Anleger sollten solche Produkte auswählen, die erst in jüngster Zeit in den Handel gekommen sind (siehe Tabelle). Denn steigt man zu einem späteren Zeitpunkt ein und der zugrunde liegende Basispreis (siehe Geldwert) ist unter seinen früheren Startwert gefallen, braucht man entsprechend länger, bis man mit einem Garantiezertifikat wieder in die Gewinnzone gelangt.

Wichtig: Anleger sollten vor dem Kauf das "Kleingedruckte" im Prospekt studieren. Viele Produkte sehen auf den ersten Blick gleich aus, sie unterscheiden sich jedoch in signifikanten Details - beispielsweise in welcher Höhe der Anleger an den Kurssteigerungen teilnimmt. Zudem empfiehlt es sich, die Papiere beim jeweiligen Emittenten oder bei einer Direktbank zu kaufen. Nur dann fallen keine zusätzlichen Vertriebsgebühren an. Wer diesen Aufwand scheut, sollte zumindest mit seiner Hausbank über die Kosten verhandeln.

Garantiezertifikate - Wie funktioniert die Wertentwicklung?

Das Auf und Ab des so genannten Basiswertes bestimmt die Wertentwicklung. Basiswert können einzelne Wertpapiere oder eine bestimmte Auswahl von Werten (auch: "Korb" oder "Basket") sein. Bei den meisten Zertifikaten sind einzelne Aktien, bestimmte Aktienkörbe oder Indizes wie Dax, EuroStoxx oder Dow Jones unterlegt (engl. "Underlying").

Wie kommt es zur Kapitalerhalt-Garantie?

Um die Garantie einhalten zu können, wird ein Teil des Zertifikatkapitals in Festzinspapiere investiert. Mit dem Rest spekulieren die Banken auf Kursgewinne des jeweiligen Basiswertes. Wichtig: Die Garantie gilt nur bis zum Ende der Laufzeit (Fälligkeit).

Wie hoch ist der maximale Gewinn?

Das hängt vom so genannten Partizipationsgrad ab. Einige Angebote schreiben Kurssteigerungen des Basiswertes zu 100 Prozent auch dem Zertifikat gut. Dieser im Verkaufsprospekt aufgeführte Prozentwert gilt für die Erstzeichner. Achtung: Wer in bereits gehandelte Garantiezertifikate einsteigt, muss beim Emittenten (Bank) erfragen, wie hoch seine Partizipation zum aktuellen Einstiegszeitpunkt ist. Papiere, die schon länger am Markt sind, bieten laut Experten derzeit eine Beteiligungsquote von rund 40 Prozent.

Lohnt sich der Verkauf vor dem Ende der Laufzeit?

Vor Fälligkeit ist der Verkauf börsentäglich möglich - was sich bei einem aktuellen hohen Wertzuwachs rechnen kann. Generell sollten Garantie-Anleger aber planen, ihr Papier bis zum Laufzeitende zu halten. Denn für Gewinnmitnahme-Jäger sind Papiere ohne Garantie geeigneter, da sie damit stets zu 100 Prozent an Kurszuwächsen beteiligt sind.

Frank Donovitz/ Joachim Reuter

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