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ARD Geld-Check: Wasser, Müll, Kita: Wo Kommunen Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen

Von Grundsteuer bis Straßenausbesserung: Welche Gebühren die Kommunen von ihren Bürgern verlangen, ist quer durch die Republik höchst unterschiedlich. Der ARD Geld-Check macht den Vergleich.

Kita

Die Kita-Gebühren schwanken von Gemeinde zu Gemeinde besonders stark

Wenn das Stadtsäckel mal wieder leer ist, bedient sich der Kämmerer gerne bei den Bürgern. Denn Gebühren für Wasser, Müll oder Kita, aber auch Grundsteuern, Parkgebühren und Beiträge zum Straßenbau können Städte und Gemeinden selbst erheben. Und sie legen auch die Höhe fest. Die Konsequenz: Je nach Wohnort zahlen die Bürger in Deutschland unterschiedlich viel.

Die ARD hat sich diesen Flickenteppich aus kommunalen Abgaben und Gebühren für ihre aktuelle Geld-Check-Reportage angesehen. So zahlt eine Familie in Leverkusen für Wasser, Müll und Grundsteuern 1839 Euro im Jahr. In Flensburg sind es dagegen nur 845 Euro. Ein beachtlicher Unterschied. Dennoch wird wohl kein Leverkusener aus diesem Grund vom Rheinland in den hohen Norden übersiedeln.

Große Unterschiede zwischen Nachbargemeinden

Oft muss man aber gar nicht so weit gucken. Es gibt Regionen, in denen die Abgaben von Gemeinde zu Nachbargemeinde stark schwanken. Zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet. Rund um Frankfurt verlangen die Kommunen sehr unterschiedlich hohe Gebühren. Allein für Grundsteuer, Müll und Wasser schwanken die jährlichen Gebühren um bis zu 600 Euro - zwischen Gemeinden, die nur wenige Kilometer auseinander liegen.

Wer Kinder hat, ist noch viel stärker betroffen. Die ARD besucht Familie Klinger in Hofheim am Taunus. Als die Klingers herzogen, hatten sie Kita-Gebühren noch gar nicht auf dem Schirm. Nun geht Tochter Lisa in den Kindergarten und die Klingers zahlen dafür 343 Euro im Monat. Eine Gemeinde weiter, in Heusenstamm, kostet der Kita-Platz nur 265 Euro. Und nebenan in Eschborn sogar nur 90 Euro. Allein bei den Kita-Gebühren kann sich die Differenz so über die Jahre zu einer fünfstelligen Summe addieren.

Arme Gemeinde, reiche Gemeinde

Ganz unterschiedlich verfahren die Gemeinden auch beim Thema Straßenausbau. So bitten manche Kommunen die Anwohner einer Straße für Sanierungsarbeiten kräftig zur Kasse, andere verschonen die Anwohner komplett von einem finanziellen Beitrag.

Der Grund dafür, dass manche Kommunen so viel stärker hinlangen als andere, ist häufig die Finanzlage: Kommunen, in denen die Gewerbesteuer durch ansässige Unternehmen üppig fließt, können ihre Bürger bei den Abgaben entlasten. Arme Städte und Gemeinden dagegen sehen sich gezwungen, ihre Bürger stärker zur Kasse bitten. 

Mehr zu den Unterschieden bei den kommunalen Gebühren in "Der Geld-Check: Wo Kommunen hinlangen", am Montag, 24.10., im Ersten

bak
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