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Autobranche: Gescheiterter Verkauf von Scania-Aktien bringt Volvo rote Zahlen

Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo ist durch den gescheiterten Verkauf von Anteilen am Konkurrenten Scania in die Verlustzone gerutscht. Bis zum 23. April muss Volvo nach einer EU-Verfügung alle Scania-Anteile aus Wettbewerbsgründen abgeben.

Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo ist durch den gescheiterten Verkauf von Anteilen am Konkurrenten Scania in die Verlustzone gerutscht. Wie das Unternehmen am Montag in Göteborg mitteilte, wurde das Ergebnis für das vierte Quartal von 1,6 Milliarden Kronen Gewinn auf einen Verlust von 2,4 Milliarden Kronen (260 Mio Euro) berichtigt. Hintergrund ist die Abschreibung der bisherigen Scania-Anteile über 3,6 Milliarden Kronen sowie an der britischen Henley Group über 429 Millionen Kronen.

EU-Deadline 23. April

Volvo-Konzernchef Leif Johansson gab gleichzeitig bekannt, dass die verbliebenen Anteile an Scania über die eigens errichtete Tochtergesellschaft Ainax an eigene Aktionäre verteilt werden. Volvo muss nach einer Verfügung der EU-Kommission aus wettbewerbsmäßigen Gründen bis zum 23. April alle Scania-Anteile abgeben.

B-Aktien ginbgen an Deutsche Bank

Im Februar konnten alle B-Aktien (nach schwedischem Recht mit geringen Stimmrechten) für 15 Milliarden Kronen an die Deutsche Bank als Zwischenhändler abgegeben werden. Für die verbliebenen A-Aktien konnte der zweitgrößte Lastwagenproduzent der Welt nach DaimlerChrysler dagegen keinen Abnehmer gefunden.

Volkswagen ziegt kein Interesse

Der an Scania ebenfalls beteiligte Volkswagenkonzern hatte bereits seit längerem erklärt, dass er nicht an einer Übernahme der Volvo-Aktie interessiert sei. Als wahrscheinlich galt danach ein Einstieg der Wallenberg-Gruppe über deren Finanzholding Investor. Johansson bestätigte nach dem Scheitern der Verkaufsbemühungen, dass die EU-Kommission die aus Göteborg erbetene Fristverlängerung für den angestrebten Aktienverkauf verweigert habe.

DPA