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Autos: VW erwartet 2003 einen Gewinneinbruch

Europas größter Autokonzern Volkswagen hat schlechte Nachrichten: Wegen der schwachen Nachfrage und Belastungen in Milliardenhöhe durch den starken Euro-Kurs erwarten die Wolfburger einen herben Gewinneinbruch.

Das operative Ergebnis der wolfsburger Autobauer werde 2003 den Vorjahreswert von 4,7 Milliarden Euro um gut die Hälfte unterschreiten, teilte der Konzern am Mittwoch in Wolfsburg mit. Im dritten Quartal schrumpfte der Betriebsgewinn - belastet auch durch Sonderkosten für die Sanierung des Brasilien-Geschäfts - ebenso um mehr als 50 Prozent. Die VW-Aktie gehörte mit einem Minus von fast zwei Prozent auf 43,30 Euro am Vormittag zu den größten Verlierern im Deutschen Aktienindex (Dax). Ein Börsenhändler kommentierte: "Die Zahlen von VW waren nicht besonders gut. Der Ausblick ist zwar nicht schlechter geworden, aber auch nicht besser. Und das begeister den Markt nicht."

Gewinn sackte um fast 60 Prozent ein

Wie VW bekannt gab, sackte der operative Gewinn von Juli bis September um 57 Prozent auf 510 Millionen Euro, womit der Konzern die Markterwartungen verfehlte. Damit war der Rückgang beim Betriebsgewinn größer als im gesamten Neun-Monats-Zeitraum seit Januar, in dem das operative Ergebnis um gut 53 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro schrumpfte. Bei einem stabilen Umsatz von gut 21 Milliarden Euro halbierte sich von Juli bis September auch der Reingewinn auf 217 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten für das Quartal im Schnitt mit einem Betriebsgewinn von 560 Millionen und einem Reingewinn von 261 Millionen gerechnet.

Golf soll Stabilisierung bringen

VW teilte mit, neben dem rückläufigen Absatz sowie Anlaufkosten für neue Modelle hätten die Restrukturierungskosten für das Brasiliengeschäft in Höhe von 120 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Mit dem Start des neuen Golf, der seit zwei Wochen in den Verkaufsräumen der Händler steht, rechnet der Konzern für die verbleibenden Monate mit einer Stabilisierung der Ergebnisse. Dazu sollen auch weitere Kosteneinsparungen sowie die Begrenzung der Investitionen beitragen.

Neuer Passat soll Gewinn 2004 anheben

2004 soll der Gewinn wegen der neuen Fahrzeugmodelle nach bisherigen Angaben wieder steigen und 2005 weiter zulegen, wenn auch das ertragsstarke neue Modell des VW-Passat in den Verkaufsräumen der Händler steht. Volkswagen hat wegen rückläufiger Verkaufszahlen in Brasilien umfangreiche Restrukturierungen mit einem Abbau von 4000 Arbeitsplätzen in den Werken Sao Bernardo und Taubate eingeleitet. Den Beschäftigten werden dort unter anderem großzügige Abfindungsregelungen angeboten, für die Rückstellungen gebildet wurden.

DPA