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Backwaren: Geiz-Trend macht Kamps zu schaffen

Der Trend zu billigeren SB-Backwaren und Discountern knabbert an seinen Zahlen: Deutschlands größter Bäcker, die Düsseldorfer Kamps AG schrieb auch 2003 wieder rote Zahlen.

Die "Geiz ist geil"-Mentalität der Bundesbürger macht auch Deutschlands größtem Bäcker, der Düsseldorfer Kamps AG, zu schaffen. Die Preissensibilität der Verbraucher präge das Geschäft, und der Trend gehe weg von den handwerklichen Bäckereien hin zu abgepackten Backwaren und Discount-Artikeln, berichtete das Unternehmen am Freitag. So musste Kamps im übertragenen Sinn kleinere Brötchen backen. Der Umsatz verringerte sich 2003 - vor allem durch den Verkauf der Beteiligung am französischen Backkonzerns Harry's - um knapp drei Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Erneut schrieb Kamps rote Zahlen. Doch fiel der Jahresfehlbetrag dank eines zügigen Schuldenabbaus, des Wegfalls von Sonderbelastungen und eines straffen Kostenmanagements mit 33,3 Millionen Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr mit 126,8 Millionen Euro.

Umsatzrückgang um sieben Prozent

Dabei sank der Umsatz in den 1.900 Kamps-Bäckereien um fast sieben Prozent auf 247 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten die Großbäckereien des Konzerns, die den Lebensmittelhandel mit Marken wie "Golden Toast" und "Lieken Urkorn", aber auch mit Eigenmarken beliefern, den Absatz um zwei Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigern.

Transformationsprogramm soll Rettung bringen

Aus dieser Entwicklung will Kamps in den kommenden Jahren mit einem 300 Millionen Euro teueren Transformationsprogramm die Konsequenzen ziehen. Die Revitalisierung der für die Supermarkt-Regale bestimmten Marken "Golden Toast" und "Lieken Urkorn" sei eingeleitet, betonte das Unternehmen. Gleichzeitig soll die Produktionsinfrastruktur in den Großbäckereien modernisiert werden, um dem Margendruck durch höhere Produktivität entgegen zu wirken.

Aus für unattraktive Standorte

Bei den im Stadtbild fast allgegenwärtigen Kamps-Bäckereien sollen unattraktive Standorte aufgegeben werden, wie es weiter hieß. Gleichzeitig würden die Ausstattung überarbeitet und neue Sortimente getestet, um die Back-Shops attraktiver zu machen. Kamps gehört zum italienischen Barilla-Konzern.

DPA
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