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Fitness-Branche Der Kampf um die Kunden: Wie Fitnessstudios im Lockdown aufgerüstet haben

Trainieren ohne Angst: Luftfilter in Fitnessstudios sollen die Ansteckungsgefahr reduzieren
Trainieren ohne Angst: Luftfilter in Fitnessstudios sollen die Ansteckungsgefahr reduzieren 
© Blend Images/Peathegee Inc / Picture Alliance
Nach monatelanger Corona-Schließung sind die Fitnessstudios in Deutschland wieder geöffnet. Doch die Angst vor Corona bleibt. Die Branche rüstet mit Luftfiltern auf.

Ein Lockdown nach dem anderen: Die Corona-Pandemie hat auch die Fitness-Branche in einen Albtraum gestürzt. Seit Anfang Juni sind die Anlagen wieder in allen Bundesländern geöffnet. Und der Kampf um die Kunden hat begonnen. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) ging die Mitgliederzahl der Studios 2020 um 13 Prozent auf 10,31 Millionen zurück. Im Vorkrisenjahr 2019 waren es noch 11,6 Millionen Mitglieder.

Die große Pleitewelle blieb dank der Staatshilfen aber vorerst aus. Und der verregnete Sommer sorgte in den vergangenen Wochen für einen Zulauf an neuen Mitgliedern. Die Zeit des Lockdowns haben die Betreiber aber auch genutzt, um aufzurüsten und einer der größten Sorgen ihrer Kunden entgegenzuwirken: der Ansteckungsangst. "Viele Studios haben die Überbrückungshilfen 3 genutzt und ihre Anlagen mit Filteranlagen zur Bereinigung der Raumluft ausgestattet", berichtete der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Fitnessverbände, Paul Underberg, gegenüber dem stern.

Unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Fitnessverbände schlossen sich zu Beginn der Corona-Krise mehrere Fitness-Verbände zusammen, um die Interessen der Branche zu vertreten. Noch gebe es keine genauen Zahlen, wie viele Betreiber das Angebot der Überbrückungshilfen tatsächlich genutzt haben, aber er gehe von einem hohen Prozentsatz aus, so Underberg. 

"Die Unternehmerinnen und Unternehmer konnten aus dem Vollen schöpfen. Sie konnten ihre Studios gemäß der Deckenhöhe, der Anzahl der Räumlichkeiten und dem Luftvolumen ausstatten. Und der Staat hat es bezahlt", erklärte der Sprecher. "Alle hatten diese Möglichkeit und sechs Monate Zeit, sie zu nutzen." 

Auch Underberg installierte in seinen Studios Luftfilter des Unternehmens Deconta. In einem Test des Fraunhofer-Instituts konnten die Geräte nach 45 Minuten in Betrieb die Anzahl der aktiven Viren in einem geschlossenen Raum um 99,43 Prozent reduzieren. 

Ein Luftfilter in einem der Studios von Paul Underberg
Ein Luftfilter in einem der Studios von Paul Underberg
© Paul Underberg

Luftreiniger sind keine Schutz-Garantie vor Corona

Allerding: Luftfilter ist nicht gleich Luftfilter. Die Qualitätsunterschiede sind groß. Nicht alle Luftreiniger auf dem Markt können Viruspartikel entfernen und die Luft richtig zirkulieren lassen.

Zu beachten ist auch: Luftreiniger sind keine Garantie für den Schutz vor dem Coronavirus. Auch wenn man mit einem guten Luftreiniger das Risiko einer Infektion verringern kann. Der einzelne Sportler ist also weiter gefragt. Es gilt: Maskenpflicht einhalten, Geräte und Hände desinfizieren, möglichst die Umkleiden nicht benutzen und das Training kurz und knackig halten. 

ivi

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