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Börsengang: Preisspanne für Postbank-Aktie

Die Preisspanne für die Postbank-Aktie wurde auf 31,50 Euro bis 36,50 Euro festgesetzt. Zuviel, wie die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre meinte - immerhin hätten Kleinanleger bisher mit Bundesaktien keine große Freunde gehabt.

Die Preisspanne für die Postbank-Aktie ist auf 31,50 Euro bis 36,50 Euro festgesetzt worden. Einen entsprechenden Entschluss habe der Vorstand der Deutschen Post AG gemeinsam mit den beiden Konsortialführern Deutsche Bank und Morgan Stanley getroffen, teilte die Post am Sonntag in Bonn mit. "Die Postbank ist ein solides und wachstumsorientiertes Investment", so Postchef Klaus Zumwinkel.

Sehr positive Einschätzung

Diese Einschätzung sei der Post in den vergangenen Wochen eindrucksvoll durch Analysten bestätigt worden. Er sei erfreut über die gute Resonanz seitens der Investoren, mit denen die Mitglieder des Konsortiums im Zuge der Vorvermarktung Gespräche führten. "Die Rückmeldungen überzeugen uns, dass die nun gefundene Preisspanne die richtige ist", erklärte Zumwinkel.

Wie die Post am Sonntagnachmittag zudem mitteilte, können die Papiere der Postbank vom 7. bis 18. Juni gezeichnet werden, die Erstnotiz für Deutschlands größte Filialbank ist am 21. Juni geplant. Die Preisspanne liegt deutlich über den Erwartungen von Experten, die im Vorfeld des Börsengangs jeden Preis über 30 Euro je Aktie als sehr großen Erfolg für die Post bezeichnet hatten. Selbst Banker aus Reihen der 19 Konsortialbanken zeigten sich in ersten Reaktionen überrascht von der hohen Angebotsspanne. "Das ist ja Wahnsinn. Die Spanne ist klar über den Erwartungen. Das zeigt, dass die Befürchtungen der Investoren im Vorfeld unbegründet waren. Das ist ein gutes Zeichen für den deutschen IPO Markt. Ich gehe davon aus, dass die Platzierung problemlos laufen wird", sagte ein Banker.

Kleinaktionäre kritisieren hohen Preis

Nicht so positiv reagierte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanlager (SdK) und kritisierte die hohe Peisspanne für die Postbank-Aktien. "Die Preisspanne liegt erstaunlich hoch", so Reinhild Keitel, SdK-Geschäftsführerin in der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). Zuvor seien schließlich Spannen zwischen 26,50 und 36 Euro im Gespräch gewesen, sagte Keitel. "Ich bin überrascht, dass die Spanne über der Marke von 31 Euro liegt". Eine niedrigerer Preis wäre angemessener gewesen, sagte Keitel. "Schließlich sollte man sich in Erinnerung rufen, dass Anleger mit Aktien des Bundes in der Vergangenheit wenig Freude hatten."

mit Agenturen / DPA