Bruttogehälter Ostdeutsche bleiben billiger

Im Osten wird für die gleiche Tätigkeit immer noch weniger gezahlt als in den alten Bundesländern
Im Osten wird für die gleiche Tätigkeit immer noch weniger gezahlt als in den alten Bundesländern
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Auch 17 Jahre nach der Wiedervereinigung zieht sich durch Deutschland ein Gehaltsgraben: Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes verdienen Arbeitskräfte im Osten bis zu fünf Euro weniger pro Stunde als ihre West-Kollegen - bei gleicher Arbeit.

Wenn Ostdeutsche auf ihren Gehaltszettel schauen, steht meist weniger drauf, als bei einem westdeutschen Kollegen der gleichen Branche: Im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich sind es gleich fünf Euro, die fehlen. Denn der regelmäßig gezahlte Bruttostundenverdienst liegt hier in den neuen Bundesländern mit durchschnittlich 13,02 Euro bei 71,5 Prozent der Stundenverdienste im Westen (18,21 Euro). Dies zeigen vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für das zweite Quartal 2007. Auch bei Sonderzahlungen, wie zum Beispiel tarifliche Einmalzahlungen oder Leistungsprämien, haben Angestellte im früheren Bundesgebiet (mit Berlin-Ost) die Nase vorn.

Nur knapp 70 Prozent eines West-Verdienstes

Der Verdienstunterschied zeigt sich genauso, wenn nur auf die Vollzeit-Beschäftigten geschaut wird: Ohne Sonderzahlungen verdienten diese im zweiten Quartal 2007 in den neuen Ländern (ohne Berlin-Ost) durchschnittlich 13,27 Euro je Stunde. Das sind 70,6 Prozent des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes im Westen (18,79 Euro).

Dafür sind die Verdienstunterschiede bei Teilzeitbeschäftigten allerdings deutlich niedriger: Im Osten verdienten sie im zweiten Quartal 2007 durchschnittlich brutto 11,79 Euro je Stunde - ohne Sonderzahlungen - und erreichten 81,0 Prozent eines durchschnittlichen Stundenverdienstes von Teilzeitkräften im Westen (14,56 Euro je Stunde). Da die Teilzeitkräfte in den neuen Ländern aber durchschnittlich fünf Stunden mehr pro Woche arbeiteten als im Westen (23,1 Stunden), war der Bruttomonatsverdienst im Osten mit durchschnittlich 1444 Euro trotz des niedrigeren Stundenverdienstes nahezu genauso hoch wie im Westen (1 464 Euro).

Endgültige Daten erst am Jahresende

Die neue vierteljährliche Verdiensterhebung wurde mit Beginn des Jahres 2007 eingeführt. Bei der neuen Erhebung werden von den Statistikern die Verdienste und Arbeitszeiten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich abgefragt. Dabei werden auch Sonderzahlungen wie Leistungsprämien und Weihnachtsgeld berücksichtigt.

Karin Spitra

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