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17. Juni 1953 Volksaufstand in der DDR: Lambrecht würdigt Freiheitswillen der Bürger

Volksaufstand in der DDR: Blumenkranz auf einem Friedhof in Berlin
Die Volkspolizei und Soldaten der Sowjetarmee schlugen die Proteste von rund einer Million DDR-Bürger am 17. Juni 1953 blutig nieder. 55 Menschen starben.
© Wolfgang Kumm / Picture Alliance
67 Jahre nach dem Volksaufstand in der DDR wird an diesem Mittwoch der Opfer des 17. Juni 1953 gedacht. Soldaten der Sowjetarmee hatten die Proteste von rund einer Million DDR-Bürgern blutig niedergeschlagen.

Zum 67. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR hat Bundesjustizministerin Christine Lambrecht den Freiheitswillen der Menschen in Ostdeutschland gewürdigt. "Diese Menschen hatten keinen Plan und keine Führung, doch sie entwickelten eine enorme Kraft", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Aufstands. Sie hätten "echte Freiheit" gewollt.

"Es war nicht der Westen, der dem Osten die Freiheit geschenkt hat", sagte Lambrecht. "Die Menschen im Osten haben sie sich erkämpft. Die Menschen im Osten waren es, die die Mauer zu Fall gebracht haben."  

Sowjet-Soldaten schlugen Proteste gewaltsam nieder

Am 17. Juni 1953 Jahren waren in der DDR an rund 700 Orten etwa eine Million Menschen gegen die politisch und wirtschaftlich angespannte Lage auf die Straße gegangen. Aus spontanen Streiks entwickelte sich ein Aufstand mit Rufen nach Freiheit und Einheit. Panzer der Sowjetarmee schlugen den Protest blutig nieder. Mehr als 1500 Demonstranten wurden verurteilt und kamen ins Gefängnis.

Gemeinsam hätten die Deutschen sich mit der Einheit das "größte Geschenk der Nachkriegsgeschichte" bereitet, sagte Lambrecht. "Wir müssen uns immer aufs Neue den direkten Angriffen auf unsere Freiheit entgegenstellen: dem tief in unsere Gesellschaft vorgedrungenen Rassismus, dem wieder erstarkenden Antisemitismus, all der abscheulichen Menschenfeindlichkeit der Rechtsextremisten, dem Hass und der Hetze gegen Andersdenkende."

Kretschmer: "Deutsch-deutsche Geschichte maßgeblich mitbestimmt"

Sowohl die Bundesparteien als auch zahlreiche Politiker gedachten in den sozialen Netzwerken der Opfer des 17. Juni. Wie Lambrecht lobten die meisten den Mut der Menschen und das Risiko, das viele auf sich genommen haben. "Mit ihrem Einsatz für Demokratie und Frieden haben sie unsere dt.-dt. Geschichte bis zur Friedlichen Revolution & Deutschen Einheit maßgeblich mitbestimmt", schrieb Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer. " 

Der Mut von Millionen DDR-Bürgern, [...], bleibt unvergessen.", heißt es auf dem Twitteraccount der Bundes-CDU. 

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erinnert in einem auf youTube veröffentlichten Video an die 55 Menschen, die am 17. Juni ihr Leben verloren und etwa 1600, die zu teils langen Haftstrafen verurteilt wurden.

Gemeinsam mit Bundesjustizministerin Lambrecht nimmt Müller am Mittwoch an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Volksaufstandes in Berlin teil.

js DPA

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