Erste Ministerentlassung
Ein Kämpfer fürs Kabinett: Das ist Trumps Ministerkandidat

Senator Markwayne Mullin soll nach Willen Trumps künftig das Heimatschutzministerium leiten. Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa
Senator Markwayne Mullin soll nach Willen Trumps künftig das Heimatschutzministerium leiten. Foto
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Kristi Noem polarisierte und legte Wert auf einen polierten Auftritt. Mullin gilt eher als bodenständig und schlägt versöhnliche Töne an - bis jetzt. Wer ist Trumps designierter Heimatschutzminister?

Als Erstes habe er seine Frau und seinen Vater angerufen, sagte der noch etwas verblüffte Senator Markwayne Mullin zu seiner Nominierung für Donald Trumps Regierungsmannschaft. "Ein kleiner Junge aus Westville, Oklahoma wird im Kabinett des Präsidenten dienen. Das ist ziemlich ordentlich", sagte der designierte Heimatschutzminister. Der US-Senat muss die Personalie bestätigen, aber eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Damit wäre Mullin unter anderem für die Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE verantwortlich, die zuletzt weltweit für Schlagzeilen sorgten.

Der 48-jährige Republikaner und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Was ist politisch von ihm zu erwarten?

Direkt, ungeschliffen - und Ex-MMA-Kämpfer

Mullin wuchs auf einer Ranch im ländlichen Oklahoma auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. 

Seit 2013 vertritt er Oklahoma im Kongress – zunächst im Repräsentantenhaus, seit 2023 im Senat. Mullin ist derzeit der einzige indigene Senator im US-Senat, er ist eingeschriebenes Mitglied der Cherokee Nation.Politisch steht Mullin fest im konservativen Lager und gehört zu Trumps loyalen Unterstützern. Er vertritt eine stark unternehmensfreundliche Linie, misstraut staatlicher Regulierung und beschreibt sich Medienberichten zufolge selbst eher als Geschäftsmann und Betreiber einer Ranch. Politik betreibe er aus Pflichtgefühl. In seiner Heimat gilt er vielen Wählern als bodenständiger Vertreter des ländlichen Oklahoma – direkt, ungeschliffen und mit deutlichem Akzent.

Gleichzeitig sorgt seine Rolle als konservativer Cherokee-Politiker immer wieder für Debatten. Während einige ihn als wichtigen Vertreter indigener Interessen in Washington sehen, kritisieren andere, seine Politik liege oft näher an der republikanischen Parteilinie als an den Positionen der Ureinwohner.

Noem polarisierte, Mullin schlägt zunächst versöhnlich Töne an

Auf die Frage, ob auch demokratische Senatoren für ihn stimmen würden, sagte Mullin: "Ich werde versuchen, die Stimmen aller zu gewinnen". Er sei zwar Republikaner und konservativ, gehe aber mit dem Anspruch ins Amt, alle hinter sich zu vereinen. "Die Aufgabe des Heimatschutzministeriums ist es, für die Sicherheit aller zu sorgen, unabhängig davon, ob Sie mich unterstützen oder nicht."

Zumindest auf den ersten Blick steht Mullin damit im Kontrast zu der gerade von Trump geschassten und sehr polarisierenden Ministerin Kristi Noem. Sie erschien stets perfekt gestylt, suchte die mediale Inszenierung - und wurde dafür sogar von Republikanern kritisiert. Um die Welt ging etwa ein Bild von ihr im Hochsicherheitsgefängnis Cecot in El Salvador. Noem posierte in dem Gefängnis vor einer Zelle, im Hintergrund Dutzende kahl rasierte Männer mit freien tätowierten Oberkörpern.

Entschlossener Unterstützer der Abschiebepolitik

Mullin hingegen bezeichnen mehrere US-Medien als Brückenbauer und geschickten Verhandler. So brachte er bei den Gesprächen über Steuersenkungen im vergangenen Jahr zwischen den Republikanern im Kongress und dem Weißen Haus verschiedene Fraktionen zusammen, wie das "Wall Street Journal" schreibt. 

Laut "New York Times" gilt er aber auch als entschlossener Unterstützer von Trumps rigoroser Abschiebepolitik. Zudem habe er sich für ein Gesetz ausgesprochen, das Amerikaner dazu verpflichten soll, bei der Registrierung zur Wahl einen Nachweis ihrer Staatsbürgerschaft vorzulegen. Ein Thema, das aktuell in den USA für Debatten sorgt und mit Blick auf die Zwischenwahlen im November noch an Brisanz gewinnen dürfte.

dpa

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