Computer IBM übertrifft die Erwartungen


Der weltgrößte Computerkonzern IBM hat dank seiner starken Marktposition bei Hardware und Service das sechste Quartal in Folge seinen Gewinn steigern können. Darauf stieg die Aktie im nachbörslichen US-Handel.

Er lag im zweiten Vierteljahr über den Prognosen von Analysten, wenngleich der Umsatz die Erwartungen knapp verfehlte. Stagniert hat der Umsatz im Bereich Software, von dem IBM-Finanzchef Mark Loughridge im laufenden Quartal aber bessere Ergebnisse erwartet. Für das Gesamtjahr bestätigte Loughridge am Donnerstag nach US-Börsenschluss die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten und bekräftigte seine Erwartung, dass die IT-Branche um vier bis fünf Prozent wachsen werde - so viel wie seit 2000 nicht mehr. Der Aktienkurs des Unternehmens zog im nachbörslichen Handel an.

Zwei Milliarden Dollar Nettogewinn im zweiten Quartal

Dabei machte IBM im zweiten Quartal nach Sonderposten einen Nettogewinn von zwei Milliarden Dollar oder 1,16 Dollar je Aktie nach 1,7 Milliarden Dollar oder 97 Cent je Aktie im Vorjahr. Analysten hatten einen Gewinn von 1,12 Dollar je Aktie erwartet. Der Umsatz lag bei 23,2 Milliarden Dollar nach 21,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Analysten hatten in Reuters-Befragungen im Durchschnitt 23,33 Milliarden Dollar erwartet. Im Bereich Software, der meist auf langfristigen Verträgen beruht, stagnierte der Umsatz bei 3,5 Milliarden Dollar, bereinigt um Währungseinflüsse ging er um vier Prozent zurück. Nach Einschätzung von Analysten steigerte IBM aber die Profitabilität in diesem Geschäftszweig.

Vorreiter beim Umsatzwachstum waren Großrechner, Server und Datenspeicher, wo die Erlöse um zwölf Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar stiegen. Im Lizenzgeschäft wurden 432 Millionen Dollar umgesetzt. Beim Service verbuchte IBM ein Plus von sieben Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Das Volumen neuer Service-Verträge bezifferte das Unternehmen auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Dies ist eine wichtige Kennziffer, da sie als Indikator für zukünftiges Wachstum gilt.

Keine gleichmäßige Entwicklung

Die Ergebnisse dürften bei Investoren für Erleichterung sorgen, nachdem in den vergangenen Tagen einige große Technologiekonzerne mit gesenkten Prognosen Zweifel an der Nachhaltigkeit der allgemeinen Erholung ausgelöst hatten. "Die Erholung (des Technologiesektors) entwickelt sich weiter langsam, aber in die richtige Richtung. IBM zeigt das", sagte Rob Schafer von Meta Group.

IBM-Chef Samuel Palmisano äußerte sich "zuversichtlich über unsere Aussichten, vorwärts zu kommen". Loughridge sagte bei einer Telefonkonferenz mit Investoren: "Die Ausgaben unserer Kunden verbessern sich weiter, wenn auch nicht gleichmäßig über alle unsere Segmente und Regionen hinweg." Die durchschnittlichen Analystenschätzungen für Umsatz und Gewinn je Aktie im Gesamtjahr nannte er angemessen. Sie belaufen sich einer Reuters-Umfrage zufolge auf einen Gewinn von 4,95 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 96,3 Milliarden Dollar.

Nach Bekanntgabe der Ergebnisse stieg der IBM-Aktienkurs in einem volatilen nachbörslichen Handel auf 84,84 Dollar, nachdem er die New Yorker Börse mit 84,02 Dollar verlassen hatte. Anders als IBM hatten zuvor anderen führende Technologie- Unternehmen wie Intel, Siebel und PeopleSoft ihre Geschäftsaussichten eher zurückhaltend bewertet. (Reuters)

DPA

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