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Erotik: Beate Uhse will Condomi doch nicht

Mehrmonatige Verhandlungen waren umsonst: Der Erotikkonzern Beate Uhse will nun doch nicht den Kölner Kondomhersteller condomi übernehmen. Grund: Zusätzliche Kosten würden die Fusion zu teuer machen.

Die Übernahme des angeschlagenen Kölner Kondomherstellers condomi durch den Flensburger Erotikkonzern Beate Uhse ist praktisch in letzter Minute geplatzt. Der condomi-Vorstandsvorsitzende Jens Waldhof erklärte am Freitag, nach sechs Monaten seien die Verhandlungen mit dem Uhse-Konzern "kurz vor dem Ziel zusammengebrochen".

An Vertriebskanälen interessiert

Grund für das Scheitern sei ein von Uhse gesehenes rechtliches Risiko gewesen, weswegen zusätzliche Kosten nicht ausgeschlossen worden seien, sagte Waldhof. "Wir haben natürlich eine andere juristische Bewertung, aber es ist wie es ist." Der Uhse-Konzern sei vorrangig an der Marke condomi und an deren leistungsfähiger Vertriebsstruktur interessiert gewesen.

condomi, Europas größter Kondomhersteller, hatte im November über eine akute Liquiditätskrise berichtet und einen Zusammenbruch nicht ausgeschlossen. Grund seien "verfehlte Wachstums- und Investitionsstrategien der Vergangenheit", hieß es damals. Waldhof betonte, er verfolge weiterhin das Ziel, den Fortbestand von condomi zu sichern. Es liefen bereits Verhandlungen mit mehreren Interessenten, deren Namen er nicht nennen wolle. Diese seien schon während der Verhandlungen mit Uhse an condomi herangetreten.

Neuer Tiefpunkt für Condomi-Aktie

Der Vorstand von condomi rechne damit, dass eine Entscheidung über das Schicksal des Unternehmens bis zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2004/2005 fallen werde, das wäre Ende September. "So lange möchte ich gar nicht warten", sagte Waldhof. Die condomi-Aktie, die zu ihren besten Zeiten Anfang 2001 bei über 30 Euro gelegen hatte, stürzte am Freitag um rund 17 Prozent auf 1,90 Euro. (AP)

DPA
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