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EU-Kommission: Keine Banker-Boni mehr bei schlechter Leistung

Nach Deutschland plant jetzt auch die Europäische Union strengere Gehaltsregeln für Vorstände. Während die Koalition aber alle Manager zu mehr Disziplin erziehen will, geht es der EU-Kommission nur um die Banker. Abfindungen und Boni-Zahlungen sollen gekürzt werden können.

Die EU-Kommission erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung von strengen Regeln für Managergehälter in der Bankenbranche. So sollen die Institute künftig in der Lage sein, Boni-Zahlungen einzubehalten, wenn bestimmte Kriterien nicht erfüllt wurden, wie die "Financial Times" aus einem Entwurf der Kommission zitierte. Zudem empfiehlt die Kommission, Abfindungen von scheidenden Managern auf zwei Jahresgehälter zu reduzieren und Aktienoptionen nach drei Jahren verfallen zu lassen.

Die Regeln sollen nach dem Bericht für alle Manager in Führungspositionen und alle Finanzinstitute gelten, die einen Firmensitz in einem EU-Land haben. Der Entwurf stecke aber noch in den Kinderschuhen und könnte noch geändert werden. Die Regeln seien zudem für die 27 Mitgliedsstaaten nicht bindend.

Auch Deutschland will schlecht wirtschaftende Vorstände in ihre Schranken weisen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Große Koalition die geplanten neuen Regeln für Manager noch weiter verschärfen wird. So sollen Vorstandsmitglieder mitverursachte Schäden nicht mehr ganz auf Versicherungen abwälzen können, sondern dafür mit maximal einem Jahresgehalt selber einstehen. Zudem gibt es in Deutschland Auflagen und Gehaltsobergrenzen für Banken, die Staatshilfen beantragt haben.

DPA/Reuters / DPA / Reuters