HOME

FINANZEN: Aus für teure EU-Auslandsüberweisungen

Wer Geld ins Ausland - und dazu gehört leider auch die EU - überweist, wird immer noch kräftig zur Kasse gebeten. Erst ab Juli 2003 soll sich das ändern: dann ist es gratis.

Bisher ärgern sich deutsche Bankkunden auch innerhalb der Europäischen Union (EU) nach wie vor, wenn sie für die kleine Anzahlung beim Hotelbuchen in Rom saftige Transfergebühren zwischen pauschal 7,50 und etwa 24,29 Euro zahlen müssen. Günstige Auslandseinkäufe via Internet sind oft keine Schnäppchen mehr, wenn sie per Überweisung beglichen werden müssen. Die jeweilige Kostenhöhe legt die Bank fest.

Ab Juli 2003 gratis

Ab 1. Juli 2003 gehört dieses Ärgernis der Vergangenheit an. Für die Dienstleistung per Knopfdruck dürfen Kreditinstitute dann nur noch so viel verlangen wie für Geldtransfers im Inland. Und die sind in Deutschland in der Regel kostenlos, wie Stiftung Warentest in Berlin betont.

Hausbank nicht immer günstig

Wer jetzt seine Anzahlung für den Campingplatz in Spanien losschicken muss, hat aber wenigstens die Möglichkeit, sich den billigsten Transferweg herauszusuchen. Die Tarife der Hausbank müssen nicht die billigsten sein. Zwischen den Preisen für Überweisungen in eines der elf anderen Euro-Teilnehmerländer gibt es Riesenspannen, wie »Finanztest« (Juli-Heft) beim Check von 54 Kreditinstituten herausfand. Die Anfrage bezog sich auf den EU-Transfer von 1.500 Euro.

Via Online-Konto am billigsten

Am günstigsten kommen Bankkunden weg, die ihr Konto online per Computer verwalten und den Mitarbeitern am Schalter die Arbeit abnehmen. Bei der Deutschen Bank 24, der Hypovereinsbank, bei Postbank sowie Vereins- und Westbank kosten eigenhändig in Auftrag gegebene Auslandsüberweisungen nur 1,50 Euro, wie die Studie ergab. Normalerweise wären Gebühren zwischen 7,50 und 8,50 Euro fällig.

Enorme Spannen

Sehr großzügig zeigt sich die Commerzbank: Setzen Kunden den EU-Auslandstransfer selbst in Gang, bleibt die Überweisung kostenlos. Sonst wäre sie mit 12,50 Euro zu Buche geschlagen. Bei der Citibank werden dagegen für Auslandsüberweisungen 24,29 Euro verlangt.

Auch Pauschal-Transfers möglich

Wer solche Tarife nicht zahlen will und auch keinen Online-Zugang zu seinem Konto hat, kann trotzdem einigermaßen günstig wegkommen. Transferpreise im unteren Niveau bieten die Volks- und Raiffeisenbanken mit ihrem System »Tipanet« sowie die Sparkassen mit dem Verfahren »S-Interpay«. Die jeweiligen Filialen verlangen für EU-Auslandstransfers pauschal 7,50 oder 7,67 Euro. Aber aufgepasst: Mit Tipanet sind keine Überweisungen nach Portugal, Luxemburg und Griechenland möglich. Dort wickeln die Banken den Service noch auf konventionellem Weg ab, was die Kosten fast verdoppelt.

Je mangelhafter, desto teurer

Richtig ins Geld geht eine Auslandsüberweisung dann, wenn das Formular mangelhaft ausgefüllt ist, also wichtige Nummern und Angaben fehlen, wie »Finanztest« warnt. Wer den Transfer in Eigenregie online in Auftrag gibt, sollte daher keine der verlangten Daten wie Internationale Bankkontonummer des Empfängers (IBAN) oder Bank-Identifizierungs-Code (BIC) vergessen. Sonst fällt die Überweisung auf der automatischen Bearbeitung heraus und muss per teurer Handarbeit erledigt werden.

Berrit Gräber