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Finanzkontrollen: DGB nimmt Hedgefonds in Visier

Immer wieder geraten Hedgefonds wegen ihres riskanten Anlageverhaltens in die Kritik. Auch auf internationaler Ebene wird deshalb über Kontrollen für die Investoren beraten. In Deutschland will der DGB sie nun stärker in die Pflicht nehmen.

DGB-Chef Michael Sommer will gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden Druck für eine wirksame Kontrolle der hoch spekulativen Hedgefonds und anderen Finanzinvestoren machen. Sommer kündigte in der "Frankfurter Rundschau" an, er wolle noch vor dem Gipfel der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) im Juni in Heiligendamm eine "politische Initiative" mit diesem Ziel starten.

"Für mich steht fest: Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften müssen gemeinsam vorgehen", sagte Sommer. "Wir brauchen eine gemeinsame Initiative." Die Ansichten beider Seiten stimmten bei diesem Thema in vielen Punkten überein. Die Bemühungen der Bundesregierung auf diesem Gebiet seien unzureichend.

Hedgefonds verfügen über 1,4 Billionen Dollar

Deutschland hat das Thema einer besseren Transparenz bei Hedgefonds, die über weltweit 1,4 Billionen Dollar verfügen können, auf die Tagesordnung seiner Präsidentschaft in der G8 gesetzt. Wenn sich demnächst die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G7) in Essen treffen, soll die internationale Diskussion zu diesem Thema in Gang gesetzt werden.

Konkrete Ergebnisse sind allerdings erst einmal nicht zu erwarten, wie Finanzstaatssekretär Thomas Mirow erklärte. Nach Darstellung der Bundesregierung geht es auch gerade nicht um eine rigide Kontrolle dieser Fonds, sondern um mehr und bessere Informationen über ihre Aktivitäten an den Finanzmärkten.

Für die Hedgefonds-Debatte liegen den G7 ein Faktenpapier des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Ausarbeitungen aller Finanzministerien vor. In der "ersten Runde" in Essen gehe es zunächst vor allem darum, ob diese Fakten von allen so geteilt werden. Vorteile und mögliche Risiken von Hedgefonds müssten abgewogen werden. Man wolle "so schnell wie möglich" vorankommen, sich aber "so viel Zeit wie nötig nehmen, um alle an Bord zu haben", sagte er.

DPA / DPA