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Finanzkrise in Portugal Spanien sieht keine "Ansteckungsgefahr"


Portugal bittet die EU jetzt doch um Hilfe bei der Bewältigung seiner Finanzkrise. Kein Grund zur Sorge, so der einhellige Tenor. Auch Spanien, dessen Wirtschaft eng mit der des Nachbarlandes verknüpft ist, sieht keine wirtschaftliche Gefahr.

Spanien sieht keine Gefahr, durch die Bitte Portugals um internationale Finanzhilfen mit in die Schuldenkrise gerissen zu werden. Die spanische Wirtschaftsministerin Elena Salgado schloss am Donnerstag jegliche "Ansteckungsgefahr" durch die Lage im Nachbarland aus. "Für uns besteht keinerlei Riskiko durch die Tatsache, dass Portugal internationale Hilfe angefragt hat", sagte die Ministerin im Radio. Die portugiesische Regierung hatte am Mittwochabend nach langem Zögern mitgeteilt, dass sie in Brüssel um Finanzhilfen bitten will. Die Wirtschaften der beiden iberischen Länder sind eng verflochten.

Spanien sei eine wesentliche größere Volkswirtschaft mit mehr Möglichkeiten als Portugal, sagte Salgado. Zudem habe Spanien "wichtige Reformen in einem schnelleren Rhythmus als Portugal" vorgenommen. Trotz der Reformen gilt das unter anderem unter hoher Arbeitslosigkeit leidende Spanien jedoch seit Monaten als möglicher Kandidat für internationale Finanzhilfen. Bislang hatten Griechenland und Irland solche EU-Notkredite in Anspruch genommen. Das hoch verschuldete Portugal ist nun das dritte Euro-Land, dass seine Finanzen nicht mehr ohne Hilfe in den Griff bekommt.

Mit den angefragten Hilfen für Portugal werden sich am Freitag und Samstag die europäischen Finanzminister beschäftigen. Die Minister der Euro-Länder kommen am Freitag im ungarischen Gödöllö zusammen, im Anschluss folgt ein Treffen der Finanzminister aller 27 EU-Länder. Ein Beschluss wird nicht erwartet, da Experten erst den genauen Finanzbedarf Portugals bestimmen müssen, bevor Kredite Richtung Lissabon fließen. Hilfen aus dem derzeitigen Euro-Rettungsfonds sind an strenge Auflagen geknüpft: Wie zuvor Griechenland und Irland müsste Portugal harte Sparmaßnahmen auflegen, um das Loch im Staatshaushalt zu stopfen.

Bei dem zweitägigen Treffen der europäischen Finanzminister nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest wird es auch um die Lage in Irland und Griechenland gehen. Die Minister kommen in Gödöllö zusammen, da Ungarn derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne hat.

hw/AFP AFP

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