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Hauptversammlung: ThyssenKrupp spürt konjunkturellen Rückenwind

Deutschlands größter Stahlkonzern meldet "über den Erwartungen liegende Belebung des Geschäfts". Die Aktionäre freute es - genauso wie die 16.000 Bockwürste und 8.000 Stück Kuchen.

Deutschlands größter Stahlkonzern ThyssenKrupp spürt bereits die ersten Zeichen einer Konjunkturbelebung. Konzernchef Ekkehard Schulz berichtete am Freitag auf der Hauptversammlung des Stahlriesens in Bochum: "Im Zuge der einsetzenden konjunkturellen Erholung ist seit einigen Wochen eine über den Erwartungen liegende Belebung des Geschäfts festzustellen, die sich insbesondere im saisonal schwachen Dezembermonat fortgesetzt hat." Den wesentlichen Schub erwarte der Konzern aber erst in der zweiten Jahreshälfte.

Mit Zuversicht ins neue Jahr

So geht der Konzern mit einiger Zuversicht ins neue Jahr und will das normalisierte Ergebnis (vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter), das im Geschäftsjahr 2002/2003 bei 734 Millionen Euro lag, deutlich steigern. "Wir wollen im laufenden Geschäftsjahr möglichst nahe an eine Milliarde Euro herankommen. Mit konjunkturellem Rückenwind und ohne große Verwerfungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten könnten wir die Eine-Milliarden-Euro-Grenze auch überschreiten", sagte der Manager. Neben dem erhofften konjunkturellen Rückenwind mache sich bei der erwarteten Ergebnisverbesserung auch die Fokussierung des Konzerns auf seine Tätigkeitsschwerpunkte Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen sowie das konzernweite Effizienzsteigerungsprogramm bemerkbar.

Anstieg in allen Bereichen

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003/2004 (Oktober bis Dezember) steigerte der Stahlriese seinen Auftragseingang um knapp sieben Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Der Umsatz lag mit 8,7 Milliarden Euro auf Vorjahreshöhe. Währungsbereinigt entspreche dies einem Anstieg beim Auftragseingang um zehn Prozent und beim Umsatz um drei Prozent, betonte Schulz. Das Ergebnis vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter lag mit mehr als 150 Millionen Euro um mehr als sechs Prozent über dem Vorjahresquartal.

Nicht-strategische Beteiligungen abstoßen

In den nächsten Jahren will der Konzern seinen Umsatz (2002/2003: 36,1 Milliarden Euro) deutlich steigern. Durch internes Wachstum und strategische Akquisitionen wolle der Konzern bis zum Geschäftsjahr 2006/2007 einen Gesamtumsatz von 40 bis 46 Milliarden Euro erreichen, sagte Schulz. Dies entspreche einer jährlichen Wachstumsrate von rund neun Prozent. Gleichzeitig wolle sich das Unternehmen von nicht strategischen Beteiligungen mit einem Gesamtumsatz von fünf Milliarden Euro trennen.

Aktionäre mit Appetit

Aktionäre haben nicht nur Appetit auf gute Geschäftszahlen. Für die rund 5.000 Aktionäre bei der Hauptversammlung des Industriekonzerns ThyssenKrupp standen am Freitag in Bochum 16.000 Bockwürste, 15.000 Brötchenhälften und 10.000 Frikadellen bereit. Wer morgens rechtzeitig kam, konnte sich an 6.000 Croissants und Laugenbrezeln bedienen. Rund 300 Servicekräfte sorgten für das leibliche Wohl der Aktionäre. Am Nachmittag standen an den insgesamt 140 Meter langen Bewirtungstheken 8.000 Stück Blechkuchen bereit. Auch Durst mussten die Anteilseigner nicht fürchten: 16.000 Tassen Kaffee und 18.000 Erfrischungsgetränke wollten getrunken sein. Auch sonst war die jährliche Hauptversammlung von Deutschlands größtem Stahlkonzern ein logistisches Großunternehmen: 25 Sattelzüge brachten das Material in das Kongresszentrum RuhrCongress. 120 Mitarbeiter bauten es 12 Tage lang auf und verlegten dabei rund zehn Kilometer Kabel.

DPA