Haushalte Zahlungsmoral trotz Wirtschaftsflaute nicht schlechter


Trotz Wirtschaftsflaute und Arbeitslosigkeit hat sich die Zahlungsmoral der Deutschen in den vergangenen drei Jahren nicht auffällig verschlechtert. Sind aber Schulden da, ist die Tilgung schwieriger geworden.

Laut neuestem Schulden-Kompass des Kredit-Auskunftsunternehmens Schufa hat sich die Zahlungsmoral der Deutschen in den vergangenen drei Jahren nicht auffällig verschlechtert - trotz Wirtschaftsflaute und Arbeitslosigkeit. Insgesamt hätten Zahlungsstörungen und Kreditausfälle bei Privatleuten nicht signifikant zugenommen. Jedoch gerieten 20- bis 24-Jährige öfter in Zahlungsschwierigkeiten als andere Altersgruppen. Je niedriger Bildungsstand und Einkommen, desto höher die Schuldenneigung. Ein Großteil der Deutschen habe ausreichendes Wissen über Zahlungsvorgänge, urteilt die Schufa. Eine generelle Überschuldungsgefahr bestehe zur Zeit nicht.

Hauptursache bei Geldproblemen: Handyrechnung

Handy- und andere Telekommunikationsrechnungen machen nach Schufa- Angaben einen immer größeren Anteil der Zahlungsstörungen aus: Von 1999 bis 2002 habe er sich von 17 auf 39 Prozent verdoppelt. Gleichzeitig sei jedoch auch die Zahl der Mobilfunknutzer von 23 Millionen auf 60 Millionen gestiegen.

Überschuldung von Privatpersonen erfasst

Der Schuldenkompass will nicht die absolute Zahl der Verbraucherinsolvenzen messen, sondern die allgemeine Überschuldungsgefahr von Privatpersonen. Mit der in diesem Jahr erstmals vorgelegten Untersuchung hat die Schufa die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sowie Wissenschaftler beauftragt.

NRW und Osten mit besonders hohem Risiko

In manchen Teilen Deutschland hat mittlerweile jeder zehnte Bürger Probleme, seine Schulden zurückzuzahlen. Besonders hoch ist die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten laut Schulden-Kompass 2003 in Nordrhein-Westfalen und den neuen Bundesländern, berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus». Die zuverlässigsten Schuldner lebten in Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch immer mehr Bayern zahlten nicht planmäßig zurück.

DPA

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