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Hintergrund: Schon drei geplatzte Börsengänge

2004 ist bisher kein leichtes Jahr für Börsengänge. Drei von bisher sechs geplanten Aktienplatzierungen sind geplatzt, die erfolgreichen Papiere halten sich gerade mal über dem Ausgabepreis.

Die Verschiebung des Postbank-Börsengangs, von dem eine befreiende Signalwirkung für den Markt erhofft wurde, ist ein weiterer Schlag. Die bisherigen Versuche dieses Jahres von X-Fab, Siltronic, MIFA, Wincor Nixdorf und ATU:

X-FAB

Der Erfurter Halbleiterhersteller sagt am 17. März nach Vorwürfen "dilettantischer" Vorbereitung den Gang an die Börse zwei Tage vor dem geplanten Debüt ab. Die 11,5 Millionen Aktien finden zum Preis von 10 bis 14 Euro nicht genug Interessenten. Vor allem Pannen im Verkaufsprospekt werden kritisiert. Die niederländische ING-Bank als Konsortialführer begründet das Aus "mit sich verschlechternden Bedingungen an den Kapitalmärkten".

Siltronic

Auch der Halbleiter-Zulieferer aus dem Münchner Wacker-Konzern gibt am 24. März - zwei Tage vor dem angesetzten Termin - auf. Die Börsenpläne würden erst nach einer "Beruhigung" der Aktienmärkte weiterverfolgt, heißt es. Zuvor ist noch von einer hohen Nachfrage die Rede. Wie viele Investoren die Aktien in der Preisspanne von 14,50 bis 19 Euro zeichneten, wird nicht bekannt. Im Idealfall hätte gut eine Milliarde Euro eingesammelt werden sollen.

MIFA

Die Mitteldeutschen Fahrradwerke aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt gehen am 17. Mai als erstes Unternehmen seit eineinhalb Jahren an die Frankfurter Börse. Für je 9,25 Euro wurden insgesamt 1,5 Millionen Aktien angeboten. Die Emission war überzeichnet. Nach einem anfänglichen Kursanstieg taucht die Aktie zeitweise unter den Ausgabepreis ab. Zuletzt notierte sie aber wieder bei 9,35 Euro.

Wincor Nixdorf

Nur zwei Tage später, am 19. Mai, geht der Geldautomatenhersteller aus Paderborn an die Börse. Der Ausgabepreis wird mit 41 Euro am unteren Ende der Preisspane von bis zu 50 Euro festgelegt. Der Erlös aus der Aktienplatzierung beträgt insgesamt mehr als 300 Millionen Euro, Wincor Nixdorf kommt in etwa ein Dritel zu. Nach einem zeitweisen Anstieg auf knapp 44 Euro kostet die Aktie mit zuletzt 41,05 Euro in etwa wieder so viel wie am ersten Tag.

ATU

Die Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger aus Weiden in der Oberpfalz verschiebt ihren Börsengang am 26. Mai zwei Tage vor Zeichnungsbeginn auf unbestimmte Zeit. Als Grund werden schwierige Marktbedingungen für Neuemissionen und eine unsichere Stimmung an den Finanzmärkten genannt. Die Aktie sollte ursprünglich vom 16. Juni an gehandelt werden - einige Tage vor der Postbank. Experten schätzten das mögliche Volumen des Börsengangs auf mindestens eine Milliarde Euro. (dpa)

DPA