Hintergrund Werbungskosten


Sie haben einen langen Weg zur Arbeit, bilden sich regelmäßig fort oder kaufen Fachzeitschriften auf eigene Kosten? Das sollte unbedingt in der Steuererklärung stehen.

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen, können Sie als so genannte Werbungskosten absetzen. Der Gesetzgeber verlangt, dass die Aufwendungen dem Erwerb, der Sicherung und dem Erhalt der Einnahmen dienen. Will heißen: die Aufwendungen müssen beruflich veranlasst sein und kein Privatvergnügen.

Als Werbungskosten kommen vor allem folgende Positionen in Betracht: Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Arbeitsmittel (Werkzeuge, Fachbücher, Fachzeitschriften und ähnliches), Arbeitskleidung, Beiträge zu Berufsverbänden (zum Beispiel für Gewerkschaften).

Streitfall Steuerberaterkosten

Unter die Werbungskosten (und nicht mehr unter die Sonderausgaben) fallen in Zukunft Ausgaben für die Steuerberatung. Hier gab es zwar Einschränkungen. Es ist aber weiterhin möglich, die Bezahlung für alle Tätigkeiten des Beraters, die sich konkret dem Job, dem Ausfüllen der Anlage N oder auch anderen speziellen Einkunftsarten zuordnen lassen, steuermindernd geltend zu machen.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Kfz-Unfallkosten, Kosten für die berufliche Fortbildung (zum Beispiel Sprachkurse), Reisekosten und Kosten für eine doppelte Haushaltsführung abzugsfähig. Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen umziehen mussten, können die Umzugskosten ebenfalls als Werbungskosten absetzen.

Pauschbetrag nutzen

Für Werbungskosten gewähren die Finanzämter von sich aus einen Pauschbetrag in Höhe von aktuell 920 Euro im Jahr. Dieser so genannte Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist in die Lohnsteuertabellen eingebaut und wird bei der Besteuerung "automatisch" berücksichtigt. Werbungskosten wirken sich über die Steuererklärung daher nur dann steuermindernd aus, wenn sie höher sind als der Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Die 920 Euro sind übrigens ein Jahresbetrag, der auch dann nicht niedriger ist, wenn Sie nur einen Teil des Jahres gearbeitet haben.

Falls Sie keinen Arbeitslohn beziehen und dennoch beruflich veranlasste Werbungskosten (zB Bewerbungen) haben, sollten Sie diese immer gegen Nachweis geltend machen. Sind nämlich die Werbungskosten höher als ihre Einnahmen, so können Sie einen Negativbetrag bei den Arbeitseinkünften erreichen, der dann mit anderen, positiven Einkünften - auch des Ehegatten - verrechnet werden kann.

fud

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