Steuertipps Holen Sie sich Ihr Geld zurück


Rot-Grün erhöht die Steuern - steuern Sie gegen. Mit diesen ganz legalen Tricks bleibt Ihnen mehr im Portemonnaie.

Vokabeln in Venedig

Wer aus beruflichen Gründen einen Sprachkurs im Ausland belegt, kann diesen als Werbungskosten absetzen. Der Bundesfinanzhof gab einem Außendienstmitarbeiter Recht, der einen zehntägigen Intensivkurs in Frankreich belegt hatte und diesen steuerlich geltend machen wollte. Das Finanzamt unterstellte zunächst private Interessen. Doch der Bundesfinanzhof stellte fest, dass Sprachkurse innerhalb der EU steuerlich nicht anders zu behandeln sind als Unterricht im Inland, sofern private Motive keine Rolle spielen (Urteil vom 13. 06. 2002, AZ: VI R 168/00).

Arbeitsgemeinschaft am Abend

Wer gemeinsam mit Kollegen Unterrichtsstoff (Meisterprüfung, Fortbildung usw.) paukt, kann die Fahrtkosten zur Lerngemeinschaft steuerlich absetzen. Mit dem eigenen Wagen werden 0,30 Euro je Kilometer angesetzt. Wichtig: Legen Sie dar, wie oft und wie lange Sie sich getroffen haben. Um zu beweisen, dass die Treffen nicht etwa gesellig, sondern produktiv waren, reichen Sie Protokolle oder andere Aufzeichnungen mit der Steuererklärung ein.

Gemeinsam fahren und sparen

Wer einer Fahrgemeinschaft angehört, spart nicht nur Sprit, sondern auch Steuern. Denn für die Teilnehmer der Fahr- und Spargruppe gilt die Entfernungspauschale jeden Tag, egal, wer wie oft fährt und wem der Pkw gehört. Die Entfernungspauschale beträgt für die ersten zehn Kilometer 0,36 Euro, ab dem elften gibt es 0,40 Euro - bis maximal 5.112 Euro im Jahr.

Bewerbungskosten berechnen

Hochschulabsolventen, Schulabgänger oder Wechselwillige wissen, wie viel Arbeit und Geld man in Bewerbungen stecken muss. Zumindest an den Ausgaben können Sie den Fiskus beteiligen, wenn sie der potenzielle Arbeitgeber nicht übernimmt. Bewerbungskosten gelten als Werbungskosten. Anrechnen können Sie Fachliteratur, alle Kosten rund um die schriftliche Bewerbung, also Foto, Mappe, Porto, Briefpapier etc., sowie Ausgaben für ein Vorstellungsgespräch: Fahrtkosten (0,30 Euro je Kilometer oder Preis des Bahn- oder Bustickets) und Verpflegungsmehraufwendungen (sechs Euro, wenn Sie mindestens acht Stunden unterwegs waren, zwölf Euro bei 14 Stunden), die Übernachtung im Hotel oder die Taxifahrt. Sammeln Sie alle Quittungen - auch von Treffen mit Personen, die Ihnen vielleicht als Türöffner in ein Unternehmen dienen: Das kann als Vorabvorstellungsgespräch gewertet werden.

Antiquitäten absetzen

Sie haben einen antiken Bauernschrank oder einen kostbaren Jugendstilsessel? Stellen Sie die guten Stücke in Ihr Büro. Dann können auch Möbel, die im Wert noch steigen, als Arbeitszimmereinrichtung abgeschrieben werden. Sie müssen jedoch eine betriebliche Funktion haben und abgenutzt werden (BFH, AZ: IV B 78/82 und VI R 26/98).

Angehörige pflegen

Wenn Sie die kranke Oma oder den behinderten Bruder pflegen, können Sie einen Pflegepauschbetrag von 924 Euro geltend machen. Voraussetzungen: Im Schwerbehindertenausweis findet sich ein »H«, oder Ihr Angehöriger ist in der Pflegestufe III. Allerdings gilt: Erhalten Sie Einnahmen für Ihre Dienste - beispielsweise aus der Pflegeversicherung -, können Sie den Pauschbetrag nicht anrechnen. Ausnahme: Wenn Sie das Geld für Oma oder Bruder lediglich treuhänderisch verwalten und ausschließlich für pflegerische Maßnahmen, etwa sozialtherapeutische Gruppenreisen, ausgeben, können Sie die 924 Euro absetzen. Sie müssen jedoch genau nachweisen, wo das Geld aus der Pflegeversicherung geblieben ist (BFH, AZ: III R 42/00).

Kindermädchen statt Dienstmädchen

Die Kosten für Haushaltshilfen konnten bis zum vergangenen Jahr als Sonderausgaben abgezogen werden. Dieses so genannte Dienstmädchenprivileg wurde jedoch gekippt. Dafür können Sie jetzt Kinderbetreuungskosten absetzen. Und zwar bis zu 1.500 Euro je Kind, wenn die Belastungen über 1.548 Euro liegen. Die Kinder müssen jünger als 14 und beide Eltern berufstätig sein.

Konz & Co. absetzen

Um dem Fiskus kein Geld zu schenken, lohnt der Blick in einen Steuerratgeber wie den von Franz Konz oder der Kauf spezieller Software. Die Kosten dafür können Sie als Sonderausgaben absetzen. Auch die Fahrten zum Finanzamt oder Steuerberater nicht vergessen: Sie dürfen mit 0,30 Euro je Kilometer angerechnet werden.

Umzug hoch zwei

Arbeitnehmer, die Sack und Pack zusammenraffen und aus beruflichen Gründen umziehen, können eine Umzugspauschale von 537 Euro (Ledige) oder 1.074 Euro (Verheiratete) geltend machen. Hinzu kommen 237 Euro für jedes weitere Mitglied des Haushaltes. Für Job-Nomaden, die in den vergangenen fünf Jahren schon einmal berufsbedingt umgezogen sind, erhöht sich diese Pauschale um 50 Prozent.

Maike Seifert

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