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Index: MLP bleibt DAX-Wackelkandidat

Der Verbleib des Finanzdienstleisters MLP im Deutschen Aktienindex steht weiter auf der Kippe. Sein Börsenwert liegt trotz jüngster Kursgewinne unter der für einen DAX-Wert erforderlichen Größe.

Dax oder nicht? Der Börsenwert des Heidelberger Unternehmens liegt trotz der jüngsten Kursgewinne unterhalb der für einen DAX-Wert erforderlichen Größe. Das geht aus einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Rangliste der Deutschen Börse hervor. Um zu den 30 wichtigsten deutschen Aktien zu gehören, muss ein Standardwert nach Handelsumsatz und Börsenwert (Zahl der Aktien mal Kurswert) zu den 35 größten zählen. Der MLP-Börsenwert erreicht aber nur Rang 51.

Alternative nicht in Sicht

Dennoch könnte es wie bereits im Februar erneut eine Gnadenfrist für MLP geben. Aus Mangel an Alternativen verzichtete der Arbeitskreis Aktienindizes, der die Deutsche Börse AG bei Index- Entscheidungen berät, schon bei der letzten DAX-Entscheidung auf einen Rauswurf. "Wir hatten mit MLP einen klaren Ausschlusskandidaten, aber keinen klaren Aufsteiger", hatte der zuständige Börsenmanager Christoph Lammersdorf dies begründet.

Beiersdorf und T-Online keine Wunschkandidaten

Daran hat sich nichts geändert. Auf der Ersatzbank tummeln sich die gleichen Kandidaten wie im Februar. Für einen Aufstieg in die erste Börsenliga qualifizieren sich derzeit theoretisch der Hamburger Konsumgüterhersteller Beiersdorf und der Internet-Dienstleister T-Online. Doch Beiersdorf gilt seit langem als Übernahmekandidat, der bei einer Übernahme wieder aus dem DAX genommen müsste. Auch T-Online ist aus Börsensicht nicht makellos: Der Anteil an frei handelbaren Aktien liegt bei rund einem Fünftel. Das ist insbesondere bei Großinvestoren, die sich an Börsenbarometern wie dem DAX orientieren, nicht gern gesehen.