Insolvenz Weniger Unternehmenspleiten in Deutschland

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist im April zwar zurückgegangen, eine Entspannung der Lage sahen die Experten darin aber nicht: Nun melden immer mehr Verbraucher ihre Zahlungsunfähigkeit.

3.496 Unternehmen erklärten ihre Zahlungsunfähigkeit - das waren 3,1 Prozent weniger als vor einem Jahr, berichtete das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden. Entwarnung gaben die Statistiker aber nicht: In den ersten vier Monaten lag die Zahl der zahlungsunfähigen Firmen mit 13.360 um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Für das erste Halbjahr sei mit rund 20.000 Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. Das wären genau so viele wie vor Jahresfrist, teilte die Behörde mit.

Keine Entwarnung

Die Pleiten gelten als Indikator für die konjunkturelle Entwicklung. 2003 hatte die Pleitewelle mit 39.320 Unternehmens-Insolvenzen einen Rekord erreicht. Das Statistische Bundesamt hatte für 2004 wegen der konjunkturellen Erholung eine Beruhigung der Lage erwartet.

Immer häufiger melden sich Verbraucher zahlungsunfähig. Mit 3.552 Personen wurde im April ein Plus von knapp 30 Prozent gegenüber April 2003 verzeichnet. Die Statistiker rechnen mit weiterhin steigenden Zahlen. In den ersten vier Monaten des Jahres lag die Zahl der Verbraucherinsolvenzen mit 14.200 sogar um fast 40 Prozent über dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwarten die Statistiker 21.500 zahlungsunfähige Privathaushalte. Die steigenden Zahlen führen die Fachleute auch darauf zurück, dass das Instrument der Verbraucherinsolvenz erst allmählich stärker zum Einsatz kommt.

Gesamtzahl überstieg Vorjahresvegleich

Die Gesamtzahl der Insolvenzen betrug im April 9.574 und überstieg das Niveau des Vorjahresmonats damit um gut neun Prozent. In den ersten vier Monaten wurden damit rund 37.700 Insolvenzen gezählt, was einem Anstieg von knapp 14 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Höhe der offenen Forderungen der Gläubiger lagen von Januar bis April mit rund 14 Milliarden Euro 1,5 Milliarden Euro unter dem Niveau des Vorjahres. (dpa)

DPA

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