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Manager-Gehälter: TUI, Siemens und Henkel wollen Zahlen nennen

Nach dem Allianz-Konzern wollen offenbar nun weitere DAX-Unternehmen die einzelnen Bezüge ihrer Vorstände offen legen. So scheint bei TUI, Siemens und Henkel Bewegung in die Sache zu kommen.

Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag. So wolle der Aufsichtsrat des Reisekonzerns TUI die Einzelausweisung im November beschließen. Ähnliche Überlegungen gibt es der Zeitung zufolge bei Siemens und Henkel. Der Energieriese E.ON und der Nutzfahrzeughersteller MAN könnten demnach ebenfalls eine Einzelausweisung einführen.

Siemens denkt über Offenlegung nach

Ein Siemens-Sprecher sagte dem Blatt, im Unternehmen werde über eine baldige Offenlegung nachgedacht. Das Thema stehe auf der Agenda der Aufsichtsratssitzung im November. Siemens wolle sich der Tendenz zu mehr Offenheit nicht verschließen, wurde der Sprecher zitiert. Ablehnend äußerte sich die Deutsche Lufthansa.

Die Bundesregierung hat den DAX-Unternehmen zur Beendigung der bisherigen Geheimhaltungspraxis eine Frist bis Frühsommer 2005 gesetzt, um ihre Gehälter offen zu legen. Andernfalls will Bundesjustizministerin Brigitte Zypries dies per Gesetz erzwingen.

Politiker wollen schnelle Entscheidung

Führende Politiker von SPD und Grünen kritisierten diese Schonfrist als zu lang. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß sowie der Grünen-Wirtschaftsexperte Fritz Kuhn forderten in der Zeitung eine Entscheidung bereits im Oktober. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) will im Herbst entscheiden, ob er ein ähnliches Gesetz in den Bundesrat einbringt.

Bisher üben erst elf von 30 DAX-Firmen völlige Transparenz. Zu den Verweigerern zählen BASF, Beiersdorf, BMW, Daimler-Chrysler, Volkswagen, die Münchener Rück und Infineon.

Gesetzentwurf liegt vor

Unterdessen berichtete die "Börsen-Zeitung", dass der ehemalige Vorsitzende der Regierungskommission Corporate Governance, Theodor Baums, dem Bundesjustizministerium einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt hat. Der Entwurf sehe allerdings nur die individuelle Veröffentlichung des Gehalts des höchstbezahlten Managers vor. Kommissionsmitglied Christian Strenger kritisierte in derselben Zeitung Baums Schritt als voreilig. Die Initiative komme zur Unzeit, nachdem sich einige Unternehmen bewegt hätten, wurde Strenger zitiert. Nun könnte dies ins Stocken geraten, wenn die Firmen ein Gesetz erwarteten. (AP)

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