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MOBILFUNK: Auslandsurlaub mit Handy kann teuer werden

Wissen ist Geld - das gilt auch dann, wenn jemand sein Handy im Ausland benutzen will. Wer also dort mobil erreichbar sein will, sollte sich vorher genau informieren.

Wer in der Fremde mobil erreichbar sein möchte, ist gut beraten, sich vorher über die Kosten zu informieren, sonst drohen böse Überraschungen. Und für einen Diebstahl des Mobiltelefons sollte sich der Handynutzer ebenfalls rüsten.

Mailbox nicht aktivieren

Teuer kann es auch werden, wenn die Mailbox während des Auslandsurlaub aktiviert bleibt, warnt die Stiftung Warentest in Berlin: Stellt der Computer des Mobilfunkanbieters fest, dass sich der Angerufene im Ausland befindet, wird zunächst eine Gebühr für die Weiterleitung ins Ausland berechnet. In dem von der Stiftung Warentest geschilderten Fall war das Zielland Mexiko, die Gesellschaft Viag Interkom, und die Höhe der Gebühr pro angefangener Minute lag bei 5,21 Euro. Da die angerufene Frau das Gespräch nicht angenommen hatte, wurde es zurück nach Deutschland - zur Mailbox - geschickt - für 6,34 Euro pro Minute. Der gleiche Tarif wird bei Abfrage der Mailbox aus Mexiko fällig.

Ausweg SMS

Keineswegs stellt Viag Interkom damit eine unrühmliche Ausnahme dar - ähnliches kann Handynutzern auch mit anderen Mobilfunkanbietern passieren. »Man sollte deshalb überlegen, ob die Mailbox im Ausland überhaupt benötigt wird«, rät Andrea Vey, Pressesprecherin des Mobilfunkanbieters T-Mobile in Bonn. Und wer seine Mailbox vor dem Urlaub komplett abschalte, kann sich wichtige Nachrichten ja immer noch per SMS schicken lassen, so die Stiftung Warentest. Der Empfang von SMS ist Andrea Vey zufolge in den meisten Ländern kostenlos. Für das Versenden der Kurznachrichten gebe es ganz unterschiedliche Tarife. Meistens fallen diese allerdings deutlich höher aus als in Deutschland, warnt die Stiftung Warentest.

Auch Anrufumleitung hilft

Tröstlich ist, dass dem Anrufer in der Regel keine Kosten für die Weiterleitung ins Ausland entstehen: »Da ein Anrufer nicht wissen kann, ob sich sein Gesprächspartner im In- oder Ausland aufhält, zahlt er auch nur die Gebühren innerhalb Deutschlands«, heißt es beim Mobilfunkanbieter Vodafone in Düsseldorf. Eine weitere Möglichkeit ist, sämtliche Anrufe schon vor der Abreise in Deutschland umzuleiten. Auf diese Weise ist das Handy zwar nicht mehr erreichbar, es kann aber weiterhin für eigene Anrufe genutzt werden. Zudem gehen keine Anrufe verloren, denn zurück in der Heimat lassen sich ja die eingegangenen Gespräche zum normalen Tarif abhören. »Wer mit Prepaid-Karte im Ausland telefoniert, zahlt meist deutlich mehr als mit dem Vertrags-Handy«, sagt Henning Withöft, Redakteur bei der von Stiftung Warentest herausgegebenen Zeitschrift »test«. Hier gelte um so mehr der Ratschlag, sich vor der Reise beim heimischen Provider über die am Urlaubsort anfallenden Handygebühren zu erkundigen - zumal die Kosten von Land zu Land stark schwanken können. Hinzu kommt, dass es teilweise nicht oder nur mit verstärktem Aufwand möglich ist, den Gebührenstand der Prepaidkarte abzurufen.

Kein einheitlicher Mobilfunk-Standard

Dass Reisende mit dem Handy überall und zu jeder Zeit erreichbar sind, stimmt nicht so ganz: Zwar können zum Beispiel sowohl die Kunden von T-Mobile als auch von Vodafone mit ihren Handys in jeweils rund 110 Ländern telefonieren. Schwierig wird es mit der Handynutzung jedoch in vielen Staaten Südamerikas und Afrikas. Auch in Japan und Südkorea wird mit einem anderen Mobilfunkstandard gearbeitet - anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft verleiht T-Mobile deshalb Handys, die dem dortigen Standard entsprechen. Und in den USA können die Kunden deutscher Mobilfunkunternehmen nur mit einem so genannten Tri-Band-Handy telefonieren.

Einheitstarif für's Ausland

Einige Mobilfunkunternehmen offerieren im Ausland auch einen überschaubaren Einheitstarif: »Worldclass« heißt dieser bei T-Mobile, »Eurocall« bei Vodafone. Diese Tarife sind aber nicht zwangsläufig die günstigsten. Deshalb rät Stiftung Warentest, sich vor der Abreise über die im Einzelfall bestgeeigneten Roaming-Partner schlau zu machen. »Eine Liste der Anbieter, die mit T-Mobile zusammenarbeiten, haben wir auf unsere Website gestellt«, sagt Andrea Vey.

Kundennummer nicht vvergessen

Natürlich kann es auch im Ausland passieren, dass einem das Handy abhanden kommt. »Um es sperren zu können, brauchen wir neben der Telefonnummer auch die Kundennummer«, sagt T-Mobile-Sprecherin Andrea Vey. Da man seine Handypapiere und somit auch die Kundennummer in der Regel nicht mit auf Reisen nehme, ist es sinnvoll, zuvor ein Passwort mit der Servicestelle des Anbieters zu vereinbaren.

Achtung im Straßenverkehr

Nicht vergessen werden sollte zudem die passende Ausrüstung für den Handyeinsatz im Ausland. Nicht überall lässt sich das Ladegerät einfach einstöpseln. Je nach Zielland könnte ein Adapter notwendig sein. Vodafone erinnert außerdem daran, dass das Telefonieren mit dem Handy am Ohr während des Autofahrens in den meisten europäischen Staaten wie in Deutschland auch verboten ist. In Spanien zum Beispiel bezahlen ertappte Sünder 91 Euro Strafe, Spitzenreiter ist Ungarn mit 125 Euro: Geld, mit dem es sich lange nach Hause telefonieren lässt.