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Mobilfunk: Handys werden teurer - für manche

Deutschlands größter Mobilfunkanbieter, die Deutsche Telekom, will die Subventionen für Handys deutlich reduzieren. Aber nicht alle müssen für ihr neues Handy künftig tiefer in die Tasche greifen.

Umsatzschwache Kunden sollen zur Kasse gebeten werden: Die Telekom will Wenig-Telefonierer mehr für Handys zahlen lassen. Und auch die anderen Mobilfunkanbieter wie Vodafone und E-Plus sparen an den Handys für umsatzschwache Kunden. Eine Vorreiterrolle beim Abbau der Subventionen will Marktführer Telekom übernehmen. "Dieses Thema gehen wir intensivst an", sagte Konzernchef Kai-Uwe Ricke am Donnerstag bei der Vorstellung der Telekom-Quartalszahlen in Köln. "Wir werden nicht völlig aus der Endgeräte-Subventionitis aussteigen. Das geht nicht", betonte er. Doch werde man die Zuschüsse künftig erheblich stärker nach den zu erwartenden Umsätzen der Kunden staffeln.

Auch andere Anbieter wollen so sparen

Und die Telekom ist nicht allein. Die Nummer zwei auf dem deutschen Markt, Vodafone D2, hat bereits Anfang dieses Monats eine differenzierte Subventionierung der Handys nach dem gewählten Tarif und den Umsätzen des Kunden eingeführt. "Bei Bestandskunden gibt es vier Kategorien je nach Umsatz", beschreibt Konzernsprecher Jens Kürten das neue System. An der Einordnung des Kunden orientiere sich dann die Verbilligung der neuen Vertragshandys.

Deutschland drittgrößter Mobilfunkanbieter, E-Plus ist ebenfalls inzwischen vom Gießkannenprinzip bei den Handy-Subventionen zur gezielten Förderung von Kunden mit höheren Umsätzen übergegangen. "Wir tun das seit Sommer", berichtet E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann. Wer einen umsatzstarken Tarif wie "Time & More 200" wähle, bekomme das topaktuelle Handy praktisch umsonst, wer den Kleineinsteigertarif wähle, müsse bis zu 99 Euro dafür zahlen.

Weg vom Gießkannenprinzip

Doch das soll nur ein Anfang sein. "Wenn Sie bei Aral tanken, kriegen sie auch kein Auto geschenkt. Wir müssen weg von der Subventionierung der Endgeräte. Stattdessen müssen die Gesprächspreise billiger werden", meint Glücksmann. Völlig auf die Subventionierung von Mobiltelefonen verzichten will allerdings auch E-Plus in absehbarer Zeit nicht. "Es wird auch in Zukunft noch das eine oder andere ein Euro-Handy geben. Aber das ist dann nicht das brandaktuelle Gerät", meint Glücksmann.

Auch Deutschlands kleinster Mobilfunkanbieter 02 zeigt sich offen für einen Subventionsabbau. "Sinnvoll ist das in jedem Fall", sagte Firmensprecher Roland Kuntze. Wenn die Telekom hier vorangehe, werde 02 wohl auf die eine oder andere Art nachziehen. Die Schnäppchenzeiten für die Freunde topaktueller Handys zum kleinen Preis scheinen sich also dem Ende zu nähern. Wenn nicht der harte Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt den Sparplänen der Konzerne doch noch ein Schnippchen schlägt. Noch gibt es Hoffnung für Handy-Freunde. Schließlich betont Vodafone-Sprecher Kürten: "Wir beobachten den Markt. Bei den Endgerätepreisen können wir bisher keine generelle Senkung der Subventionen erkennen."

Erich Reimann, AP / AP