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Nach Börsencrash in China: Wall Street auf Talfahrt

Der schwere Börsencrash in China hat auch die US-Börsen mitgerissen: Die Wall Street erlebte die rasanteste Talfahrt seit den Anschlägen des 11. September. Die US-Händler begleiteten die Schlussglocke sogar mit Buhrufen.

Die Wall Street hat am Dienstag die stärksten Kursverluste seit mehr als fünf Jahren erlitten. Die wichtigsten US-Börsenbarometer sackten um drei bis vier Prozent ab. Die US-Aktien verloren innerhalb eines Tages insgesamt fast 600 Milliarden Dollar an Wert. Die amerikanischen Märkte folgten damit dem scharfen Kurseinbruch an allen anderen Aktienbörsen rund um den Erdball. Der Crash hatte mit einem Kurssturz an der Börse von Shanghai begonnen. Dort waren sie Kurse um fast neun Prozent abgesackt, es war der höchste Verlust an einem Tag seit zehn Jahren. Vor allem die Aktien von chinesischen Fluggesellschaften hatten wegen gestiegener Rohölpreise stark verloren. Im Sog der chinesischen Kurse kam es auch in Europa und den USA zu heftigen Verlusten. Die Wall Street erlitt die stärksten Kursverluste seit mehr als fünf Jahren. Die wichtigsten US-Börsenbarometer sackten um drei bis vier Prozent ab.

Keine der Dow Jones-Titel schloss im Plus

Der Dow-Jones-Index, das bekannteste amerikanische Börsenbarometer, brach um 416,02 Zähler oder 3,29 Prozent auf 12.216,24 Punkte ein. Das war der schlimmste Kursverlust seit mehr als fünf Jahren. Kein einziger der 30 im Dow erfassten Aktien der führenden amerikanischen Großkonzerne wies Pluszeichen auf. An der Wall Street war keine Aktiengruppe von den schweren Kursverlusten ausgenommen. Metall-, Maschinenbau- und Finanzwerte waren besonders schwach. Technologieaktien wiesen ebenfalls enorme Verluste auf.

Der Dow war im Tagesverlauf zeitweise sogar um 546 Punkte oder 4,3 Prozent abgesackt. Einen höheren Verlust hatte es zum letzten Mal am ersten Tag nach Wiederaufnahme des Handels nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 gegeben. Es gab an den US-Börsen bei extremer Nervosität und hektischem Handel Rekordumsätze.

Auch der Standard&Poor-500-Index verlor

Der breit gefasste Standard & Poor's-500-Index, der die Kursentwicklung der Aktien von 500 führenden US-Unternehmen widerspiegelt, fiel um 3,47 Prozent auf 1399,04 Punkte. Nur zwei der 500 Aktien konnten zulegen. Der mit Technologieaktien gespickte Nasdaq-Index sackte um 3,86 Prozent auf 2407,86 Punkte ab. In New York machte sich die Angst vor einem stärkeren US-Konjunkturrückschlag oder einer Rezession breit. Viele Händler sahen allerdings in den massiven Kursverlusten auf breiter Front den Beginn einer dringend notwendigen Kurskorrektur und keinen Grund zur Panik.

Nach den schweren Kursverlusten in China und an der New Yorker Wall Street haben die asiatischen Börsen erneut Einbußen verzeichnet. In Tokio notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte zur Handelsmitte ein Minus von 644,85 Punkten oder 3,56 Prozent beim Stand von 17 475,07 Zählern. Der breiter gefasste TOPIX fiel bis dahin um 70,36 Punkte oder 3,88 Prozent auf 1740,97 Punkte. In Hongkong sackte der Hang-Seng-Index um mehr als 600 Punkte oder 3 Prozent ab. Im australischen Sydney fiel der ASX200 um 200 Punkte oder 3,5 Prozent auf 5 771 Zähler.

Der Index der 50 führenden neuseeländischen Aktien fiel am Mittwoch zum Auftakt des Handels weiter um 3,1 Prozent. Neuseeland war die erste Börse, die am Mittwoch den Handel begonnen hatte.

DPA / DPA