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Rabatt: Bahncard billiger - Rabatt geringer

Das kommt jetzt beim Bahnfahren auf Sie zu: Wir erklären die wichtigen Änderungen des neuen Preissystems in Stichworten.

Das neue Preissystem der Deutschen Bahn bietet zahlreiche Neuerungen. Insgesamt wird das Bahnreisen nach Angaben des Unternehmens um einen einstelligen Prozentbetrag billiger. Nachstehend wichtige Änderungen in Stichworten.

BILLIGER

Wird Bahnfahren für "Planer". Ticket einen Tag vor Reiseantritt kaufen: zehn Prozent Rabatt. Drei Tage im Voraus, Festlegung auf Hin- und Rückfahrt: 25 Prozent Rabatt. Sieben oder mehr Tage im Voraus, Festlegung auf Hin- und Rückfahrt, Wochenende zwischen Hin- und Rückfahrt: 40 Prozent Rabatt. Auch für Gruppen bis fünf Personen wird Bahnfahren billiger: Die zweite und alle folgenden Personen zahlen die Hälfte des Preises für die erste Person.

TEURER

Spontanbuchung außerhalb von Verkehrsverbünden im Fernverkehr unter 150 Kilometer. Spontanbuchung für Wochenendpendler, auch mit BahnCard.

KONTINGENTE

Die Vorausbucher-Rabatte sind kontingentiert. Das bedeutet, wer einen Tag im Voraus bucht, dem kann es passieren, dass er doch den vollen Preis zahlen muss, wenn er auf dem gewählten Fahrttermin besteht. Die Bahn will damit in Zeiten überfüllter Züge (vor allem freitags 13.00 bis 15.00 Uhr und sonntags 16.00 bis 18.00 Uhr) die Nachfrage auf die weniger frequentierten Zeiten umsteuern.

KILOMETERPREIS

Vom klassischen Kilometerpreis nimmt die Bahn mit dem neuen System weitgehend Abschied. "Systemvorteile" sind in den Preis ebenso eingebaut wie Systemnachteile. So kostet eine Fahrt im neuen ICE Frankfurt - Köln (knapp 200 Kilometer) 51 Euro, weil das schienengebundene Verkehrsmittel konkurrenzlos schnell ist. Eine Fahrt auf der fast doppelt so langen Strecke Berlin - Hamburg ist genau so teuer, weil das Flugzeug und je nach Start und Ziel auch das Privatauto die Bahn abhängen.

ERSTE KLASSE

Der Fahrpreis für die 1. Klasse kostet stets 150 Prozent des jeweiligen 2.-Klasse-Tarifs.

BAHNCARD

Mit der neuen, verbilligten Bahncard gibt es auf alle Preise im Fernverkehr 25 Prozent Ermäßigung. Nach der alten Bahncard wurden 50 Prozent Preisnachlass auf den Grundpreis (ohne Sonderpreise) der regulären Tickets gewährt. Die Bahncard kostet in der 1. Klasse künftig 150 Euro pro Jahr (bisher 280 Euro) und in der 2. Klasse 60 Euro statt bisher 140 Euro. Kauft ein Elternteil eine Bahncard, erhalten der Partner und alle Kinder bis einschließlich 17 Jahre eine eigene Bahncard für eine Gebühr von 5 Euro. Die alte BahnCard kann bis 14.12.2002 noch erworben werden und gilt dann ein Jahr.

KINDER

Bis 14 Jahre fahren in Begleitung der Eltern oder Großeltern kostenlos, sonst zahlen sie im Alter von sechs bis 14 (bisher elf) Jahren 50 Prozent des Erwachsenentarifs.

INKRAFTTRETEN, VORVERKAUF

Die neuen Preise gelten ab 15. Dezember 2002 mit dem Wechsel zum neuen Jahresfahrplan. Der Vorverkauf beginnt an den Schaltern am 1. November, im Internet am 1. Dezember, in den Zügen am 15. Dezember. Erste Automaten an großen Bahnhöfen sollen am 1. November umgestellt sein, alle am 15. Dezember.

STORNOGEBÜHREN

Wurden drastisch erhöht, bis auf 45 Euro pro Ticket. Nach Angaben der Bahn, weil andernfalls die Gefahr bestünde, dass Unternehmen oder findige Einzelpersonen sich Kontingentplätze reservieren und die eigentlich gewünschten Kunden nicht mehr zum Zuge kämen.

NORMALPREIS

Wer diesen Preis zahlt, kann kurzfristig entscheiden, wann und mit welchem Zug er fahren möchten. Im Vergleich zu heutigen Preisen sinkt der Preis auf Strecken ab 180 Kilometer Länge um bis zu 45 Euro oder 27 Prozent, auf kürzeren Strecken steigt er dagegen um maximal zehn Prozent oder 3,40 Euro pro Fahrt.

PLAN&SPAR

Kunden, die sich einen oder sieben Tage im Voraus entscheiden, können mit dem Plan&Spar-Preis zwischen zehn und 40 Prozent vom Normalpreis sparen. Bei einem Tag Vorkaufsfrist werden zehn Prozent Rabatt gewährt. Bei drei Tagen im Voraus gibt es 25 Prozent Rabatt, aber nur bei Hin- und Rückfahrt. Bis sieben Tage vor Reiseantritt werden 40 Prozent Nachlass gewährt, allerdings muss zwischen Hin- und Rückfahrt eine Nacht von Samstag und Sonntag liegen. Die Plan&Spar-Preise gelten immer nur für einen bestimmten Zug. Die Bahn will auf allen Strecken mindestens zehn Prozent der Plätze für Plan&Spar-Preise reservieren.

MITFAHRER-RABATT

Zu den genannten Preisnachlässen kommen Ermäßigungen für Mitfahrer hinzu, die künftig generell zum halben Preis fahren. Bis zu vier Begleitpersonen eines "Vollkunden" zahlen künftig je 50 Prozent. Kinder bis einschließlich 14 Jahren reisen in Begleitung ihrer Eltern und Großeltern umsonst.

RECHENBEISPIEL

Durch Kombination all dieser Möglichkeiten können sich Rabatte ergeben, die pro Kopf bei zwei gemeinsam Reisenden bis zu 66 Prozent betragen, bei Gruppen von fünf Personen bis zu 73 Prozent und bei Familien bis zu 83 Prozent. So würde ein 100 Euro teures Normal-Ticket mit Bahncard 75 Euro kosten. Bei einem sieben Tage im Voraus gebuchten Plan&Spar-Preis würde es 60 Euro kosten, einschließlich Bahncard 45 Euro. Kommt der Mitfahrer-Rabatt bei zwei gemeinsam Reisenden hinzu, werden pro Person 33,75 Euro gezahlt.

UMTAUSCHGEBÜHREN

Wenn ein Kunde seinen gebuchten Zug nicht nutzen möchte, kann er die Plan&Spar-Fahrkarte umtauschen. Er muss dafür 15 Euro bis zum Ende der Vorverkaufsfrist und 30 Euro einen Tag vor Reiseantritt zahlen. Ändert der Kunde noch am Reisetag seine Pläne, muss er einen Plan&Spar-Zusatz für 45 Euro zuzüglich der Differenz zum Normalpreis zahlen. Damit will die Bahn erreichen, dass Spar- Kontingente nicht durch "Luftbuchungen" blockiert werden. Wenn also jemand den Zehn-Prozent-Plan&Spar-Preis nutzt und statt 100 nur 90 Euro zahlt, das Ticket aber am Reisetag umtauschen will, müsste er 45 Euro Zusatz zahlen plus die Spardifferenz von zehn Euro. Er zahlt damit 90 Euro plus 55 Euro. Ohne Umtauschgebühr wären 190 Euro fällig, da das alte Sparticket verfallen und ein neues 100 Euro gekostet hätte.