Regierungserklärung DAX reagiert kaum auf Schröders Reformrede


Die 47. Regierungserklärung des Bundeskanzlers ließ die Aktienkurse kalt. Die wichtigsten Eckpunkte waren schon vorher bekannt, so dass es keine großen Überraschungen gab.

Die Aktienkurse haben auf die Reformrede von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Freitag kaum reagiert. «Die wichtigsten Eckpunkte waren schon im Vorhinein bekannt. Die Rede enthält keine großen Überraschungen, auf die die Börse reagieren würde», sagte Raed Mustafa, Händler bei der Baden- Württembergischen Bank.

Gewinne durch positiven US-Vorgaben

Die von dpa-AFX befragten Experten waren sich einig, dass die Gewinne des DAX im frühen Handel hauptsächlich auf die positiven Vorgaben der US-Börsen vom Vortag zurückzuführen sind. «Wenn überhaupt, dann stützt die Schröder-Rede vielleicht die heutige positive Auftaktentwicklung etwas», hieß es aus dem Handelssaal einer ausländischen Bank. Die vorgestellten Reformpläne zeigten zumindestens in die «richtige Richtung». Bis 9.45 Uhr legte der DAX um 1,19 Prozent auf 2382 Punkte zu. Der MDAX rückte um 0,83 Prozent auf 2733 Zähler vor, während der NEMAX 50 auf 336 Punkte anzog. Dies war ein Plus von 3,47 Prozent.

Erst nach Umsetzung der Reformen kommt Reaktion

Anderen Börsianern zufolge werden die Börsen erst eindeutig positiv reagieren, wenn die Reformpläne tatsächlich umgesetzt werden. Derzeit herrsche unter den Anlegern noch große Skepsis. «Auf der einen Seite muss die Regierung sich wegen der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat mit der Union abstimmen, auf der anderen Seite werden die Gewerkschaft vehement gegen die Pläne opponieren», sagte ein Händler einer Frankfurter Bank.


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