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Service: Beratung: Wie und Wo Sie Hilfe finden

Von der zeitlichen und räumlichen Trennung bis zum Streit um das Sorgerecht für die Kinder: Was Sie unternehmen müssen, wenn die Partnerschaft in die Brüche geht.

Schritt 1: Trennung

Zuerst kommt die Trennung - auch juristisch gesehen. Denn erst nach festgelegten Trennungszeiten darf die Scheidung eingereicht werden. Daher gibt es schon in dieser Phase viele Formalitäten zu beachten, darunter gravierende: Was Sie aufgeben, bekommen Sie so schnell nicht zurück - ob es die gemeinsame Wohnung ist oder sonstiges Vermögen. Informieren Sie sich also gründlich, etwa in einer Beratungsstelle von Pro Familia (www.profamilia.de). Auch Ratgeber helfen: Sigrid Nolte-Schefold, "Scheidung", GU-Ratgeber Recht, 2002, 128 Seiten, 12,90 Euro. Oder der "Scheidungsratgeber von Frauen für Frauen" (2002, 188 Seiten, 7,90 Euro) und der "Scheidungsratgeber von Männern für Männer" (2003, 192 Seiten, 8,90 Euro), Rowohlt-Verlag.

Schritt 2: Einigung

Selbst wenn Sie mit Ihrem Ex-Partner nie wieder zusammenleben wollen: Setzen Sie sich mit ihm an einen Tisch. Und zwar um zu klären, was nun passiert - von der Erziehung der Kinder bis zur Gütertrennung. Solche Mediationen werden von vielen Beratungsstellen von Pro Familia angeboten, vom Bundesverband Mediation (0561/ 7396413 oder www.bmev.de) und von der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familienmediation (030/23628266 oder www.bafm-mediation. de). Sie sind teuer (zirka 3000 Euro), ersparen Ihnen aber später Streit, Zeit und Anwaltskosten.

Schritt 3: Der Anwalt

Als nächstes müssen Sie sich einen Anwalt suchen, nur er darf vor dem Familiengericht einen Scheidungsantrag einreichen. Bei Familienangelegenheiten zahlt jeder seinen Anwalt selbst, die Gerichtskosten werden geteilt. Bei geringem Einkommen können Sie aber Prozesskostenhilfe beantragen. Dann trägt der Staat die Kosten ganz oder teilweise. Wenn sich beide Ehepartner auf eine notariell beglaubigte Vereinbarung zu Sorgerecht, Unterhalt sowie Güterteilung geeinigt haben ("einverständliche Scheidung"), können sie gemeinsam einen Anwalt beauftragen und sich so sein Honorar teilen. Den richtigen Anwalt finden Sie über einen lokalen Anwaltsverein, den Anwalt-Suchservice (0180/ 5254555 für zwölf Cent pro Minute oder www. anwaltsuchservice.de) und die Deutsche Anwaltsauskunft (0180/5181805 für zwölf Cent pro Minute oder www.anwalt-auskunft.de).

Schritt 4: Scheidung

Scheidung ist nicht gleich Scheidung. Bei der "einverständlichen Scheidung" ist ein Trennungsjahr abgelaufen, beide wollen geschieden werden und haben sich auf eine Vereinbarung geeinigt. Bei der "streitigen Scheidung" konnten sich die Partner nicht einigen oder einer von beiden wollte sich gar nicht scheiden lassen. In diesem Fall muss das Gericht prüfen, ob die Ehe zerrüttet ist. Eine "Scheidung wegen unzumutbarer Härte" kann auch vor Ablauf des Trennungsjahres vollzogen werden, etwa bei Gewalt durch einen Partner. Und selbst wenn ein Ehegatte sich gegen die Trennung sperrt - nach einer dreijährigen Trennung gilt die Ehe als unwiderlegbar zerrüttet. Verweigert wird eine Scheidung nur in absoluten Härtefällen, zum Beispiel, wenn ein Kind massiv darunter leiden würde.

Schritt 5: Das Sorgerecht

Nach der Scheidung haben beide das Sorgerecht - es sei denn, das Gericht entscheidet aufgrund eines Sorgerechtsantrags zugunsten eines Elternteils. Der wird vom Anwalt eingereicht, etwa bei mangelnder Kooperation, Gleichgültigkeit oder Gewalt von einem Elternteil, auch wenn die Neigungen und Bindungen des Kindes fast ausschließlich bei einem Elternteil liegen. Lassen Sie sich dazu beraten vom Verband alleinstehender Mütter und Väter (030/6959786 oder www.vamv-bundesverband.de).

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