Statistisches Bundesamt Sparen ist geil


Die Bundesbürger legen ihr Geld wieder gerne auf die hohe Kante: Das Sparniveau ist jetzt so hoch wie Mitte der 90er Jahre. 170 Euro hat jeder Bundesbürger im ersten Halbjahr 2007 pro Monat zurückgelegt - am liebsten ganz traditionell.

Durchschnittlich 170 Euro haben die Bundesbürger im ersten Halbjahr 2007 pro Monat auf die hohe Kante gelegt. Insgesamt wanderten in diesem Zeitraum fast 84 Milliarden Euro in die Sparschweine, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Die Sparquote in Deutschland hat in den ersten sechs Monaten des Jahres damit wieder das Niveau von Mitte der 90er Jahre erreicht und betrug saisonbereinigt 10,9 Prozent, was einem Plus von 0,4 Punkten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006 entspricht. Seit der Wiedervereinigung bis einschließlich 1998 hatte die Sparquote über 10 Prozent gelegen, 1991 sogar bei 12,9 Prozent. Den höchsten Wert verzeichneten die Statistiker für 1990 mit 13,9 Prozent. 1999 sank die Quote auf 9,5 Prozent, ein Jahr später gar auf 9,2 Prozent. Seit 2003 liegt sie wieder über der 10-Prozent-Marke.

2006 sparte jeder Einwohner 1920 Euro

Im Gesamtjahr 2006 erreichte die Sparquote 10,5 Prozent, das entsprach 1920 Euro je Einwohner. Von der Gesamtsparsumme in Höhe von 158 Milliarden Euro haben die privaten Haushalte 2006 Nettoinvestitionen von 36 Milliarden Euro getätigt, vor allem in den Wohnungsbau. Allerdings ist die Neigung für Investitionen gedämpft, was ein Vergleich mit der Vergangenheit zeigt: 1995 war die Investitionssumme mit 80 Milliarden Euro noch mehr als doppelt so groß. Wie die von der Deutschen Bundesbank erstellte Finanzierungsrechnung zeigt, nutzten die Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 128 Milliarden Euro zur Geldvermögensbildung.

Angelegt wurde das Geld vor allem bei Banken (42 Milliarden Euro), in Form von verzinslichen Wertpapieren (37 Milliarden Euro) und in Lebensversicherungen (25 Milliarden Euro). Das Bundesamt weist darauf hin, dass in der Analyse Kursgewinne und -verluste bei Aktien und Wertänderungen bei Immobilien nicht zum Sparen gezählt werden, da sie nicht aus erwirtschaftetem Einkommen entstanden seien. Abschreibungen auf selbst genutzte und vermietete Wohnungen reduzierten das verfügbare Einkommen der Haushalte und damit auch das Sparen.

AP/DPA AP DPA

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