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Steuern: Zahlen für die lieben Verwandeten

Wer Familienangehörige finanziell unterstützt, darf sich auf Hilfe vom Finanzamt freuen: Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche Leistungen steuerlich absetzbar.

Neben den steuerlichen Vorteilen für Kinder und Ehegatten werden auch noch Unterstützungsleistungen für andere Verwandte steuerlich anerkannt. So sind Leistungen an die eigenen Eltern steuerlich absetzbar - und zwar bis zum Unterhaltshöchstbetrag von 7680 Euro jährlich. Werden beide Elternteile unterstützt, verdoppelt sich der Unterhaltshöchstbetrag. Leben die Eltern oder Schwiegereltern mit dem Steuerzahler zusammen in einem Haushalt, wird immer der Unterhaltshöchstbetrag angesetzt, ohne dass Unterhaltsleistungen nachgewiesen werden müssen.

wer auch Kindergeld bezieht, geht leer aus

Auch Großeltern und Enkelkinder sind (wenn auch nachrangig) unterhaltsberechtigt. Werden Leistungen an die entsprechenden Familienmitglieder erbracht oder lebt die entsprechende Person mit im Haushalt, sind wie bei den Eltern maximal 7680 Euro jährlich absetzbar. Bei Unterhaltsleistungen der Großeltern an ein Enkelkind gilt allerdings eine wesentliche Einschränkung: Unterhaltsleistungen sind nur dann steuerlich absetzbar, wenn nicht irgend jemand Anspruch auf Kindergeld oder auf den Kinderfreibetrag hat. Liegt diese Konstellation vor, sind die geleisteten Zahlungen nicht absetzbar.

Bei weiter entfernten Verwandten wie Geschwistern, Tanten oder Cousins sieht die Lage anders aus. Bei diesen Personen sind Unterhaltsleistungen grundsätzlich nicht absetzbar. Eine Ausnahme wird zum einen gemacht, wenn ein naher Angehöriger in einem Notfall unterstützt wird, weil er oder sie sich nicht mehr selbst helfen kann. Das kann etwa der Fall sein, wenn man Krankheits-, Beerdigungs- oder Prozesskosten übernimmt oder nach einem Hausbrand bei der Beschaffung neuen Hausrats finanziell behilflich ist.

Höchstbetrag liegt bei 7680 Euro im Jahr

Auch eine weitere Situation kann dazu führen, dass der Unterhaltshöchstbetrag von 7680 Euro absetzbar ist. Verliert nämlich jemand durch das Zusammenleben mit einem Steuerzahler wegen dessen Gehalt oder Einkünften seine Ansprüche auf Sozialleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II, dann ist der Unterhaltshöchstbetrag absetzbar. Der Verlust der Sozialleistungen muss lediglich schriftlich versichert werden, und dann ist der Weg frei für den Steuerabzug.

Eine ähnliche Regelung gibt es, wenn Partner in nichtehelicher Lebensgemeinschaft oder in eingetragener Lebenspartnerschaft zusammenleben. Muss ein Partner auf öffentliche Mittel wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II oder Wohngeld verzichten, kann der andere ebenfalls den Unterhaltshöchstbetrag ansetzen. Dabei ist es wie bei entfernten Verwandten auch egal, in welcher Höhe öffentlich Mittel gekürzt wurden. Auch der Wegfall von 30 Euro Wohngeld im Monat führt dazu, dass der Vorsorgehöchstbetrag absetzbar ist.

Auch Unterhaltszahlungen in nichtehelichen Gemeinschaften zählen

Als Vater eines nichtehelichen Kindes ist man nicht nur dem Kind gegenüber zum Unterhalt verpflichtet, sondern auch der Mutter, und zwar sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes. Der Zeitraum kann sogar auf insgesamt vier Monate und bis zu drei Jahren nach der Geburt ausgeweitet werden, wenn die Mutter wegen der Versorgung des Kindes nicht arbeiten kann. Der Unterhaltszahler kann die Kosten als außergewöhnliche Belastung bis zum Unterhaltshöchstbetrag von 7680 Euro absetzen. Die Absetzbarkeit bleibt auch dann bestehen, wenn die Eltern in nichtehelicher Lebensgemeinschaft zusammenleben - das Finanzamt geht dann davon aus, dass entsprechende Unterhaltsleistungen erbracht werden. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Eltern der Mutter noch einen Anspruch auf Kindergeld haben - in diesem Fall bliebe der steuerliche Abzug versagt.

Oliver Mest/DDP / DDP
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