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Steuerzahler-Gedenktag Ab heute wirtschaften wir in die eigene Tasche


Traurige Realität: Alles, was Angestellte bislang in diesem Jahr verdient haben, ging rechnerisch für Steuern, Renten- und Krankenversicherung drauf. Erst ab heute verdienen sie selbst an ihrer Arbeit. 

Der 12. Juli 2016 ist für Angestellte ein wichtiger Tag. Nimmt man das Jahreseinkommen und die Abgaben wie Steuern, Sozialversicherung und Rentenabgabe, haben sie rechnerisch noch gar nicht verdient - sondern nur in die Staatskasse eingezahlt. Erst ab diesem Tag verdienen die Menschen wirklich selbst. 

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) kürt jedes Jahr den Steuerzahler-Gedenktag. Da dieses Jahr ein Schaltjahr ist, mussten die Deutschen sogar zwei tage länger schuften, bis sie endlich selbst an ihrer Arbeit verdienen. Denn von jedem verdienten Euro bleiben uns nur 47,1 Cent . Im Vorjahr waren es noch 47,6 Cent. 

Ein Drittel für die Steuer

Von jedem verdienten Euro werden 32,1 Cent Steuern abgezogen, dann werden 12,3 Cent als Lohn- und Einkommenssteuer abgezogen, die Mehrwertsteuer macht 9,7 Cent aus. Die Energiesteuer (1,8 Cent), die EEG-Umlage und die Rundfunkgebühr (zusammen 1,4 Cent) und weitere Steuern wie für Hunde, Tabak, Kaffee und Autos werden abgezogen. 

Sozialabgaben machen mehr als 20 Cent aus

Dann folgen die Rentenversicherung (9,8 Cent), Krankenversicherung (8,2 Cent), die Arbeitslosenversicherung (1,6 Cent) und die Pflegeversicherung (1,2 Cent). Insgesamt summieren sich die Sozialabgaben auf 20,8 Cent.

Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Der BdSt wird für diese Rechnung kritisiert, denn sie suggeriert, dass Menschen hohe Abgaben zahlen müssten, aber keine Gegenleistung erhalten würden. Kitas, Schulen und Universitäten würden von diesen Abgaben finanziert, auch Bereiche wie der Straßenbau, die innere Sicherheit und der Verteidigungsetat würden aus diesem Topf gespeist. Und: Wer krank wird oder seinen Job verliert, profitiert von diesem System. 

BdSt fordert Steuersenkung

Der Bund der Steuerzahler setzt sich seit Jahren für geringere Abgaben ein. "Nach einem Vierteljahrhundert hat der Solidaritätszuschlag ausgedient und gehört abgeschafft – spätestens bis zum Jahr 2019, wenn die Finanzhilfen für den "Aufbau Ost“ auslaufen!", schreibt der BdSt. "Nach einer repräsentativen Umfrage unseres Verbands empfindet eine Mehrheit von 77 Prozent die eigene Belastung als 'zu hoch'."

kg

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