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"Finanztest": Stiftung Warentest warnt vor Abzocke durch dubiose Genossenschaften

Genossenschaften bieten günstigen Wohnraum oder leisten einen regionalen Beitrag zur Energiewende. Doch das gute Image wird auch von dubiosen Geschäftemachern ausgenutzt, warnt die Stiftung Warentest.

Genossenschaften sind eine gute Sache, wenn man günstigen Wohnraum sucht - als Kapitalanlage hält "Finanztest" sie für wenig sinnvoll

Genossenschaften sind eine gute Sache, wenn man günstigen Wohnraum sucht - als Kapitalanlage hält "Finanztest" sie für wenig sinnvoll

Getty Images

In Deutschland gibt es rund 8000 eingetragene Genossenschaften. Ein Drittel von ihnen entfällt auf Wohnungsgenossenschaften, die ihren Mitgliedern günstigen Wohnraum bieten und Energiegenossenschaften, die die Energiewende auf regionaler Ebene vorantreiben. Aber nicht alle Genossenschaften verfolgen einen hehren Zweck: Die Stiftung Warentest warnt in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "Finanztest" vor dubiosen Geschäftemachern, die die Idee der Genossenschaft zum Schaden ihrer Mitglieder missbrauchen.

Diese schwarzen Schafe nutzten das gute Image der Genossenschaft, um Mitglieder mit überhöhten Renditeversprechen zu ködern und sich mit Hilfe der Beiträge selbst zu bereichern, berichtet "Finanztest". Genossenschaften fördern nicht nur günstigen Wohnraum oder ähnliches, sondern schütten an ihre Mitglieder auch regelmäßig Dividenden aus. Bei manchen ist sogar die Mehrung des Kapitals der eigentliche Zweck des Zusammenschlusses.

Doch als reine Kapitalanlagen eignen sich Genossenschaftsanteile laut "Finanztest" nicht. Die Verbraucherschützer halten das Risiko für zu hoch. Läuft es für die Genossenschaft wirtschaftlich schlecht, sieht man seinen Einsatz unter Umständen nicht wieder oder muss sogar Geld nachschießen, wenn die Satzung dies vorsieht. Auch von Festgeldangeboten oder Sparplänen, die einige Genossenschaften ihren Mitgliedern anbieten, rät "Finanztest" ab. Denn eine staatliche Einlagensicherung greift im Falle einer finanziellen Schieflage nicht.

Dubiose Genossenschaften erkennen

Die Mehrheit der Genossenschaften arbeite seriös, betont "Finanztest". Unseriöse Genossenschaften ließen sich an einer Reihe von Merkmalen erkennen. Vorsicht geboten sei nicht nur bei verdächtig hohen Renditeversprechen, sondern auch bei dubiosen Vertriebsmethoden, zum Beispiel offensiven Callcenter-Anrufen.

Alle Alarmglocken sollten zudem schrillen, wenn die Führungsriege der Genossenschaft "verwandtschaftlich, personell oder wirtschaftlich mit dem Vertrieb oder mit Geschäftspartnern der Genossenschaft verbunden" ist. Außerdem sollte der Förderzweck der Genossenschaft klar definiert sein und neue Mitglieder nicht vom Stimmrecht ausgeschlossen sein.

Auch bei Wohnungsbaugenossenschaften sollte man genau hinschauen. Wenn die Mitgliedsbeiträge nicht in Immobilien investiert werden, in denen die Mitglieder wohnen können, sondern in Hotels, Einkaufszentren oder Immobilienfonds, ist Vorsicht angesagt.

Weitere Informationen sowie eine Liste mit Genossenschaften, vor denen die Stiftung Warentest explizit warnt, finden Sie kostenpflichtig unter www.test.de 

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DPA

bak