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Diskriminierung im Kinderzimmer: Taschengeld-Studie: Mädchen bekommen viel weniger als Jungs

Gender Pay Gap im Kinderzimmer: Einer britischen Studie zufolge bekommen Jungs wesentlich mehr Taschengeld als Mädchen. Trotzdem sind die Buben auch noch unzufriedener mit dem Betrag, den sie erhalten.

Taschengeld

Gender Pay Gap beim Taschengeld? Ja, das gibt's.

Wenn es um den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen im Erwerbsleben geht, wird immer viel herumgerechnet: Wieviel davon ist tatsächlich Diskriminierung? Wieviel ist Faktoren geschuldet wie dem Umstand, dass Frauen Kinder kriegen und im Job meist länger pausieren als Männer? Bei Kindern dagegen gibt es eigentlich keinen Grund, warum Jungen mehr Geld bekommen sollten als Mädchen.

Die Taschengeldstudie der britischen Bank Halifax hat dennoch genau dies festgestellt. Jungs bekommen demnach im Schnitt zwölf Prozent mehr Taschengeld als Mädchen. Jungen im Alter von 8 bis 15 haben im Schnitt 6,93 Pfund pro Woche zur Verfügung, die Mädchen müssen sich mit 6,16 Pfund zufrieden geben. Befragt wurden 1200 Kinder und 575 Erwachsene.

Jungs sind unzufriedener mit ihrem Taschengeld

Der deutliche Gender Pay Gap im Kinderzimmer käme überraschend, sagte ein Halifax-Sprecher. Bei der Vorjahresbefragung hatten die Jungs nur zwei Prozent vor den Mädchen gelegen. Trotz des deutlichen Vorsprungs sind die Jungs mit der Höhe ihres Taschengeld unzufriedener: 44 Prozent waren der Meinung, sie sollten mehr Geld bekommen, bei den Mädchen waren es nur 39 Prozent.

Die Ergebnisse verhießen für die Zukunft nichts Gutes, erklärte Hannah Maundrell vom Vergleichsportal Money.co.uk im Independent. "Wenn wir jemals Gehaltsgerechtigkeit am Arbeitsplatz erreichen wollen, müssen wir Mädchen mit dem Selbstbewusstsein ausstatten, hart zu verhandeln und keine Angst zu haben, nach mehr Gehalt zu fragen", so Maundrell. "Das muss zu Hause anfangen."

Die Geschlechter-Ungleichheit beim Taschengeld ist indes kein britisches Phänomen. Auch Umfragen in Deutschland haben in der Vergangenheit Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen zutage gefördert. So kam etwa das Kinderbarometer der Landesbausparkassen im Jahr 2009 für Jungs zwischen 9 und 14 Jahren auf ein Durchschnitts-Taschengeld von rund 19 Euro pro Monat - bei Mädchen waren es nur 16 Euro.

bak
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