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Preise steigen immens: Wenn Deutschland eine Inflationsrate wie Venezuela hätte, dann ...

... bräuchten Sie auch einen Einkaufswagen für etliche Geldbündel, um ihren Einkauf zu bezahlen. Was Alltagsprodukte kosten würden, wenn hierzulande eine Währungskrise in der Größenordnung Venezuelas herrschen würde: ein Gedankenspiel. 

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Die Inflation, oder Inflationsrate, ist für viele eine kaum greifbare Zahl. Dabei gibt sie auch den Puls der Wirtschaftsentwicklung wieder und Aufschluss über die ökonomische Vitalität eines Landes. Nicht zuletzt, weil viele Faktoren in der (Kranken-)Akte eine Rolle spielen (s. Kasten). In vielen Ländern der Welt liegt die Inflation, die in Prozent angegeben wird, im einstelligen Bereich. Hierzulande liegt sie derzeit bei etwa 1,4 Prozent. Anderswo, etwa in der Türkei oder dem Iran, erreicht die Inflationsrate auch höhere Werte von bis zu 20 bis 30 Prozent. 

Wie in Venezuela - Wenn Deutschland eine Inflationsrate von 1,7 Millionen Prozent hätte, dann ...

Viel Geld für wenig Produkt: Diese Produkte würden plötzlich ein Vermögen kosten, wenn hierzulande eine Währungskrise in der Größenordnung Venezuelas herrschen würde.

DPA

Einige würden die Kaufkraft von Venezolanern, um beim Patientenbild zu bleiben, bald für klinisch tot erklären. In dem südamerikanischen Land herrscht eine Hyperinflation, sozusagen eine im Rekordtempo steigende Inflation (lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen). Der Internationale Währungsfond (IWF) hat für Venezuela eine Inflationsrate von 1,37 Millionen Prozent im Jahr 2018 errechnet. Für das laufende Jahr erwartet der IWF eine Inflationsrate von zehn Millionen Prozent. Derweil ist der Wert auf 1,7 Millionen Prozent gestiegen, berichtet das "Handelsblatt".

Was bedeutet das? Für Venezolaner erst einmal: Für das gleiche Geld lässt sich plötzlich weniger kaufen. Viel weniger. Im Netz kursieren Bilder, die das Ausmaß der Hyperinflation veranschaulichen sollen: Geldbündel um Geldbündel stapeln sich neben Lebensmittel- und Drogerieartikeln, um den Wertverfall des Venezolanischen Bolívar zu illustrieren. So koste aktuell ein Kilogramm Tomaten rund fünf Millionen Bolívar. Dutzende Geldbündel.

Wie viele Euro-Geldbündel würden wir für den Einkauf brauchen, wenn Deutschland beziehungsweise der Euro in einer Hyperinflation in der Größenordnung Venezuelas stecken würde? Ein Gedankenspiel.

Wenn die Butter plötzlich 28.700 Euro kostet

Um die Inflation möglichst genau zu berechnen, muss man die Preisentwicklung von Produkten über einen längeren Zeitraum betrachten. Je länger, desto genauer das Ergebnis. Dabei können auch die Qualität der Produkte und die Kaufkraft eines Haushalts eine Rolle spielen. In unserer Rechnung handelt es sich um ein simples Gedankenspiel: Wie teuer wären Alltagsprodukte, wenn innerhalb eines Jahres - in der Wirtschaft quasi von heute auf morgen - die Inflationsrate in Deutschland bei 1,7 Millionen Prozent liege?

Nach dieser Rechnung wären 10.000 Euro plötzlich nur noch 59 Cent wert. Wie gesagt: die Scheine bleiben, aber nicht ihr Wert.

Sie würden bei Ihrem nächsten Einkauf mehrere Einkaufskörbe tragen müssen. Einen für Ihren Einkauf. Die anderen für das Geld, um diesen zu bezahlen. Im Jahr 2017 hat jeder deutsche Haushalt durchschnittlich 332 Euro im Monat für Lebensmittel ausgegeben. Bei einer Inflationsrate von 1,7 Millionen Prozent wären das knapp 5.650.000 Euro, die Sie theoretisch im Monat für Lebensmittel hinblättern würden. Ein Vermögen, jedenfalls vor dem Wertverfall Ihres Geldes.

Wie in Venezuela - Wenn Deutschland eine Inflationsrate von 1,7 Millionen Prozent hätte, dann ...

Viel Geld für wenig Produkt: Diese Produkte würden plötzlich ein Vermögen kosten, wenn hierzulande eine Währungskrise in der Größenordnung Venezuelas herrschen würde.

DPA

Beim Blick in das Prospekt eines großen deutschen Supermarktes würden Sie das Meer an mehrstelligen Zahlen kaum noch überblicken können - obwohl Sie nur alltägliches wie Butter, Milch oder Drogerieartikel kaufen wollen.

  • Für 250 Gramm Butter (1,69 Euro) bezahlen Sie nun 28.700 Euro.
  • Für einen Liter Milch (0,62 Cent) bezahlen Sie nun 10.500 Euro.
  • Für zehn Rollen Klopapier, dreilagig (2,95 Euro) bezahlen Sie nun 50.200 Euro.
  • Für einen roten Apfel (0,40 Cent) bezahlen Sie nun 6800 Euro.
  • Für 250 Milliliter Duschgel (1,49 Euro) bezahlen Sie nun 25.400 Euro.
  • Für einen Bio-Weißwein, 0,75 Liter (4,79 Euro) bezahlen Sie nun 81.500 Euro.
  • Für eine Tüte Chips, 175 Gramm (1,39 Euro) bezahlen Sie nun 23.600 Euro.
  • Für eine Packung Bio-Röstkaffee, 1 Kilogramm (9,49 Euro) bezahlen Sie nun 161.400 Euro.

Zum Glück ist das hierzulande nur Gedankenspiel. Doch derartige Auswüchse sind in Venezuela die Realität.

Quellen: Internationaler Währungsfond (IWF), "Handelsblatt", "Inflationsrechner"

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fs
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.