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Währungsdiskussion: Der Euro als neuer Sündenbock

Mit der Einführung des Euro stiegen die Preise für Dinge des täglichen Lebens, quasi über Nacht, drastisch an. Gleichzeitig kletterten die Arbeitslosenzahlen in lichte Höhen und die deutsche Wirtschaft verlor an Fahrt. Alles nur Zufall?

Von Karin Spitra

Es geschah über Nacht: Plötzlich war ein Kino- oder Friseurbesuch eine teure Angelegenheit, eine Gurke kostete fast zwei Mark - nämlich einen Euro - und auch sonst schienen viele Anbieter bei ihren Preisschildern nicht den Preis, sondern nur die Währung ausgestauscht zu haben. Umsonst wiegelte das Statistische Bundeszentralamt ab und erklärte, der Euro würde beileibe nicht das Leben verteuern - die gefühlte Wirklichkeit der Bundesbürger sah anders aus. Kein guter Start für eine Währung, die das gemeinsame Europa auch jenseits der bereits vorher existierenden Gemeinschaftswährung ECU nach außen repräsentieren sollte.

"Teuro-Diskussion" war verheerender Start

Wie verheerend und lang anhaltend die Folgen dieser "Teuro-Diskussion" für die Volkspsyche sein sollten, stellte sich erst kürzlich in einer Forsa-Umfrage im Auftrag des stern heraus: Die Mehrheit der Befragten will die D-Mark wiederhaben. Auf eine entsprechende Frage antworteten 56 Prozent mit "Ja". Gleichzeitig waren 90 Prozent der Befragten der Meinung, dass es durch den Euro zu dauerhaften Preissteigerungen gekommen sei. Nur eine hauchdünne Mehrheit von 52 Prozent gab nicht dem Euro die Schuld für die schlechte Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Glauben Sie, dass mit der D-Mark wieder alles besser wird?

Es ist ja auch verlockend: Statt die eigene Konsumunlust, die nur spät eingeführten und langsam greifenden Wirtschaftsreformen oder andere Faktoren für die stotternde Konjunktur verantwortlich zu machen, waren sich Stammtische und Volksseele schnell einig: Der Euro ist Schuld. Er ist aber auch ein perfekter Sündenbock: Von der Politik mit viel Pomp und Trara eingeführt, wurde er zum Heilsbringer hochstilisiert, der er schon aufgrund seiner vielen Mitgliedsländer in der Währungsunion nie sein konnte. So passierte, was in Solidargemeinschaften immer passiert: Einige, denen es vorher schlechter ging, geht es jetzt besser. Und andere, denen es vorher besser ging, geht es jetzt ein wenig schlechter. Das nennt man Angleichung: Deutschland ging es vorher besser.

"Gleichmacher Euro"

Im Vor-Euro-Zeitalter profitierte Deutschland von seinen niedrigen Zinsen. Im währungsvereinten Europa hat sich die gesamte Eurozone dem deutschen Niveau angenähert - und plötzlich profitieren die ehemaligen Hochzinsländer des "Olivengürtels", z.B. Spanien, Griechenland und Italien von den gesunkenen Zinssätzen. Die deutsche Wirtschaft hingegen hat den vorher bestehenden Realzins-Vorteil verloren. Der Realzins gibt den 'Preis' wieder, den Investoren tatsächlich für Kapital zahlen müssen. Und diese niedrigen Zinsen gibt es jetzt auch in anderen Ländern. Damit können Unternehmen ebenso gut in Spanien oder Griechenland investieren - und sie tun es auch. Für den Standort Deutschland bedeutet es mehr Konkurrenz. Und weil der Realzins die Differenz zwischen dem Zinssatz für Kredite und der Inflationsrate bemisst, ist plötzlich auch die Inflationsrate wieder ein wichtiges Standortkriterium.

Entgegen der ursprünglichen Erwartungen hat der Euro keineswegs für einheitliche Inflationsraten in Europa gesorgt. Liegt diese in Deutschland bei einem Durchschnitt von 1,3 Prozent, kann sie in Portugal genauso gut bei 3, 2 Prozent liegen. Für den Realzins heißt dies aber: Je niedriger die Kreditzinsen und je höher die Inflationsrate, desto besser. Deutschland mit seinem recht niedrigen Kreditzinsen und einer ebenfalls recht niedrigen Inflationsrate steht dann deutlich schlechter da, als Portugal. Denn dort bekommen Unternehmen Geld für Investitionen durch den niedrigen Realzins das Geld praktisch hinterhergeworfen. Das bremst dann die Investitionslust in die deutsche Wirtschaft.

Teuro stoppt Binnennachfrage

Eine wirklich gesunde Wirtschaft wird dadurch aber nicht zerstört, das schafft schon eher ein Zusammenbruch der Binnennachfrage. Und um die ist es in Deutschland nicht besonders gut bestellt. Turnusmäßig werden die Konsumenten aufgefordert, ihr Geld nicht auf Sparbüchern zu horten, sondern endlich auszugeben. Zermürbt durch schlechte Wirtschaftsdaten, hohe Steuerbelastungen und der Aufforderungen zur Eigenvorsorge, hamstern die Deutschen stattdessen ihr Geld. Für schlechte Zeiten, wie einer eventuellen Arbeitslosigkeit, um die wahrscheinlich schmale Rente aufzubessern oder schlicht, um nicht ohne Sicherheitsreserve dazustehen. So ein Verhalten treibt natürlich nicht die Wachstumsraten nach oben. Wenn dann auch noch eine Verbitterung über eingebildete oder tatsächliche Verteuerung des täglichen Lebens hinzukommt, ist die Abwärtsspirale kaum noch aufzuhalten.

Nun kann eine Volkswirtschaft immer noch ihr Heil in den Exporten suchen - und Deutschland gilt ja gemeinhin als Exportweltmeister. Doch schon wieder taucht der Euro als vermeintlicher Bösewicht auf: Durch den starken Euro müssen ausländische Käufer teures Geld für deutsche Produkte zahlen. Der Exportwirtschaft wäre ein schwacher Euro lieber. Doch der starke Euro war dies nicht aus eigener Leistung. Seinen legendären Höhenflug mit Rekordkursen von einem Dollar für 1,30 Euro im November des Vorjahres, verdankte er schlicht dem schwachen Dollar (siehe auch Artikel "US-Zinspolitik: Defizit und Dollarrutsch". Jetzt, wo sich der beidseitige Wechselkurs wieder der wirtschaftlichen Realität annähert, also der Dollar wieder fester notiert, wird das gleich zu einer Euroschwäche hochstilisiert. Außerdem nimmt der Export in die Eurozone beständig zu: Besonders seit der vielgeschmähten Ost-Erweiterung der EU steigen die Exporte dorthin. Allein nach Polen hat der Warenexport im letzten Jahr um zehn Prozent zugenommen - weiteres Wachstum darf erwartet werden. Auch die Neu-EUler Tschechien, Slowenien und das Baltikum wollen deutsche Wertarbeit. Aber ein starker Euro ist halt auch eine gute Ausrede für "wettbewerbsbedingte" Produktionsverlagerungen.

D-Mark war auch keine weiche Währung

Dass die D-Mark eine Hartwährung war, mit teilweise genauso wilden Kapriolen beim Dollar- Wechselkurs, gerät schnell in Vergessenheit. Auch dass im Klima einer abgekühlten Weltwirtschaft unsere heimische Konjunktur besonders schwer unter den Kosten der deutschen Wiedervereinigung schnaufen musste, ist eine unpopuläre Tatsache. Dem Euro aber die alleinige Schuld an der Wirtschaftsflaute zuzuschieben, ist schlicht unfair: Wer sich entschließt, mit seinen armen Verwandten in ein Haus zusammenzuziehen, muss damit rechnen, dass es enger wird. - Und man den anderen erstmal mehr abgibt. In Familien erwartet man sich davon meist eine Absicherung, wenn es einem selber einmal schlecht geht und hofft auf einen späteren Wohlstand für alle Familienmitglieder. Nicht das schlechteste Modell für Europa - und den Euro.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(